Sportgewerkschaft will Ski-Sicherheitsunterweisungen für alle

FIS-Regeln beachten - Skihelm vermittelt trügerische Sicherheit

Wien (KMSfB/ÖGB) - Die sich häufenden Skiunfälle mit dem negativen Höhepunkt eines Todesopfers nimmt die Sportgewerkschaft KMSfB (Kunst, Medien, Sport, freie Berufe) zum Anlass, um an die weitgehend unbekannten zehn FIS-Regeln (Internationaler Skiverband) zu erinnern, quasi die Straßenverkehrsordnung für die Skipiste. "Ein Mopedfahrer hat die Straßenverkehrsregeln zu kennen und muss einen Helm tragen. Wenn jetzt zurecht die Helmpflicht für Skifahrer überlegt wird, dann unbedingt im Paket mit FIS-Regeln, Sicherheitsunterweisungen und Infos über richtiges Verhalten bei Gefahren im Gelände", sagt KMSfB-Sekretär Alexander Leitner. "Der Helm allein reicht nicht aus, er vermittelt mitunter trügerische Sicherheit", betont Leitner.

Skilehrer als Vortragende, öffentliche Hand sollte Kosten mittragen

Eine halbe Stunde würde durchaus reichen, um FIS-Regeln und übrige Informationen sowie einfache Aufwärmübungen zu vermitteln, meint Leitner. Als Vortragende dafür seien heimische Ski- und Snowboardlehrerinnen und -lehrer prädestiniert, nicht zuletzt aufgrund ihrer Ausbildung und Kenntnis des Geländes. An den Kosten dürfe dies nicht scheitern, meint man in der Sportgewerkschaft und schlägt vor, dass die öffentliche Hand einen Teil mittragen sollte, denn "damit erspart man sich andere Ausgaben, weil jeder Unfall die Volkswirtschaft enorm belastet", betont Leitner.

FIS-Regeln (download) unter:
http://www.bmi.gv.at/alpindienst/unfallerhebung/Verhaltensregeln_Skis
port.pdf

Die FIS-Regeln wurden 1967 beschlossen und zuletzt 2002 modifiziert. Sie werden weltweit anerkannt und angewendet, sind aber keine Rechtsnormen, sondern Verhaltensregeln (Verkehrsnormen) und tragen den Verhältnissen des Massenskiverkehrs auf den Skipisten Rechnung.

1. Rücksichtnahme auf die anderen Skifahrer und Snowboarder: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss sich so verhalten, dass er keinen anderen gefährdet oder schädigt.

2. Beherrschung der Geschwindigkeit und der Fahrweise: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss auf Sicht fahren. Er muss seine Geschwindigkeit und seine Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.

3. Wahl der Fahrspur: Der von hinten kommende Skifahrer und Snowboarder muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.

4. Überholen: Überholt werden darf von oben oder unten, von rechts oder von links, aber immer nur mit einem Abstand, der dem überholten Skifahrer oder Snowboarder für alle seine Bewegungen genügend Raum lässt.

5. Einfahren, Anfahren und hangaufwärts Fahren: Jeder Skifahrer und Snowboarder, der in eine Abfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefahr für sich und andere tun kann.

6. Anhalten: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss es vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen einer Abfahrt aufzuhalten. Ein gestürzter Skifahrer oder Snowboarder muss eine solche Stelle so schnell wie möglich freimachen.

7. Aufstieg und Abstieg: Ein Skifahrer oder Snowboarder, der aufsteigt oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Abfahrt benutzen.

8. Beachten der Zeichen: Jeder Skifahrer und Snowboarder muss die Markierung und die Signalisation beachten.

9. Hilfeleistung: Bei Unfällen ist jeder Skifahrer und Snowboarder zur Hilfeleistung verpflichtet.

10. Ausweispflicht: Jeder Skifahrer und Snowboarder, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht, muss im Falle eines Unfalles seine Personalien angeben. (schluss)

ÖGB, 3. Februar 2009 Nr. 48

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