Arbeitsmarkt und Konjunkturlage rufen nach raschem Ausbau des Pflegesystems

Chalupka zu Konjunkturpaketen: Vermisse sofortige Entlastung für direkt betroffene Menschen

Wien (OTS) - "Der dringend notwendige Ausbau von Pflege- und Betreuungsangeboten vor allem im ländlichen Raum droht im Maßnahmenpaket der Regierung vergessen zu werden, obwohl hier besonders positive und sofortige Effekte für die Bevölkerung zu erwarten sind. Enttäuschend ist auch, dass die Finanzierung eines Pflegefonds nicht mehr auf der Prioritätenliste des Sozialministeriums zu stehen scheint", so Michael Chalupka, Direktor der Diakonie Österreich.

Die Stärkung und der Ausbau von sozialen Diensten wie z.B. Tageszentren oder mobilen Dienstleistungen seien in ökonomisch schlechten Zeiten sinnvoll, da sie die Gesellschaft auf mehreren Ebenen entlasten, so Chalupka. Die derzeitigen Konjunkturpakete können in der wirtschaftlich angespannten Lage helfen, aber nicht alle betroffenen Bevölkerungsgruppen profitieren davon. Zudem wirken viele der beschlossenen Maßnahmen nicht sofort.

Der Anstieg von pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen macht zusätzliche Dienste notwendig, um eine Grundstruktur von Dienstleistungen für alle verfügbar zu machen. Darüber hinaus stärkt der Ausbau sozialer Dienstleistungen den regionalen Arbeitsmarkt, erhält und schafft Arbeitsplätze, die vor allem von Frauen wahrgenommen werden. Eine Ausweitung von Pflege- und Betreuungsangeboten ist auch hinsichtlich der im europäischen Vergleich schlechten Betreuungsquoten in Österreich wünschenswert. Stationäre sowie mobile Einrichtungen können durch zusätzliches Personal qualitativ hochwertigere Leistungen anbieten und Motor der regionalen Entwicklung sein.

"Derzeit werden etwa 80 Prozent aller pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen in Österreich informell betreut, etwa 80 Prozent dieser Arbeit leisten Frauen. Durch eine erhöhte Anzahl an sozialen Dienstleistungen könnte die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die noch immer Frauen am stärksten trifft, endlich verbessert werden", so Chalupka abschließend.

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