Weihbischof Wagner: "Ich möchte..." (2)

Priester und Laien

Von Journalisten nach der öffentlichen Kritik in der Diözese Linz an seiner Person befragt, antwortete der designierte Weihbischof, dass er nicht gekommen sei "um Spaltung zu bringen". Er stelle allerdings fest, dass es in der Diözese "tatsächlich ein Stück weit die Polarisierung gibt", so Wagner wörtlich. Mit dem "lieblosen Empfang" habe er "kein Problem". Er sehe aber nicht ein, warum er als Spalter hingestellt werde, wenn er für die eine Kirche eintrete und sich hinter den Papst stelle. Wagner: "Das verstehe ich nicht, da stimmt etwas nicht; dem werde ich mich sicher mit aller Kraft stellen". Im Gegenteil sollten sich jene, die abweichen, fragen, ob sie nicht selbst an der Spaltung arbeiten würden.

Befragt nach seiner Sicht zur Position der Laien in der Kirche sagte Wagner: "Die Kirche hat, vor allem angeregt durch das Zweite Vatikanische Konzil, die Mitarbeit der Laien sehr stark forciert. An dieser Tatsache kommen wir nicht vorbei". Es gäbe aber trotzdem den Grundsatz, dass ein Priester nur durch einen Priester ersetzt werden könne, weshalb man den Einsatz für Priesterberufungen verstärken müsse. "Aber selbst wenn es viele Priester gäbe, braucht es den engagierten Laien", stellte der designierte Weihbischof fest.

Er selbst habe in Windischgarten rund 280 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den unterschiedlichsten Bereichen der Pfarre arbeiten. "Es war tatsächlich eine Seelsorge auf breitester Basis möglich", so Wagner. "Grundsätzlich wichtig" ist dem neuen Weihbischof die Loyalität der Laien gegenüber der Kirche. Es gehe um ein Miteinander für den Glauben.

Zum Zweiten Vatikanischen Konzil könne er "sehr gut stehen". Aber:
"Die Laisierung des Priestertums und die Klerikalisierung des Laientums hat das Zweite Vatikanische Konzil auf keinen Fall erfunden", so Wagner wörtlich.

"Größerer Horizont"

Wagner plädierte dafür, Sorgen über die Entwicklung der Kirche in einen größeren Horizont zu stellen. Er selbst habe während des Studiums in Rom "Kirche im großen Horizont" erlebt: "Ich habe dort schon gespürt: da ist Gemeinschaft über die Grenzen hinaus, über das, was oft die Enge des Lebens ausmacht".

Die katholische Kirche habe nicht nur die Situation in Österreich im Visier, sondern sehe die größeren Probleme der Welt. "Selbstverständlich" könne man aber auch in Dikasterien der römischen Kurie die Sorgen der Menschen in der Diözese Linz ansprechen, so Wagner. Auch wisse er um die Probleme, die auf die Diözese zukommen, wenn Pfarren nicht mehr besetzt werden können. Sein Appell: "Öffnen wir den Horizont. In anderen Teilen der Welt sind die Probleme auch da noch größer". (forts.)
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