Kardinal Kasper: Fehler im Management der Kurie

Vatikanstadt-Moskau, 2.2.09 (KAP) Kurienkardinal Walter Kasper sieht nach den jüngsten Entwicklungen im Vatikan und dem Medienecho Fehler im "Management der Kurie". Er beobachte dies mit Besorgnis, sagte er am Montag in einem Telefon-Interview aus Moskau mit "Radio Vatikan" "Niemand kann sich darüber freuen, dass Missverständnisse aufgetreten sind".

Die Rücknahme der Exkommunikation für die von Erzbischof Marcel Lefebvre Geweihten bedeute nur, dass ein Hindernis für die Aufnahme des Dialogs mit der lefebvrianischen Bewegung weggenommen wurde: "Der Papst wollte das Gespräch eröffnen, weil er die Einheit nach innen will und nach außen". Das bedeute keinesfalls, dass die Lefebvre-Bischöfe bereits in Gemeinschaft mit der katholischen Kirche stünden. "Sie sind nach wie vor suspendiert", betonte Kasper.

Jetzt müsse man über eine ganze Reihe theologischer Fragen sprechen, etwa über die Ökumene, die Religionsfreiheit oder den interreligiösen Dialog. Dies werde sicher kein leichtes Gespräch, und er erwarte von der anderen Seite ein deutliches Entgegenkommen, sagte Kasper.

Er persönlich hätte sich im Vorfeld dieser Frage mehr interne Kommunikation im Vatikan gewünscht, betonte der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen. Daran mangle es manchmal. Es sei immer viel schwieriger, eine Sache hinterher erklären und geraderücken zu müssen. (ende)
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