Suchprävention für MigrantInnen - SP-Yilmaz: "Wien bietet eine Reihe von Maßnahmen!"

Wien (SPW-K) - "Die heutigen Aussagen der ÖVP zur Suchprävention für MigrantInnen sind vor allem deshalb unverständlich, weil es zum Thema erst vor kurzem eine ausführlichen Anfrage-Beantwortung gegeben hat", sagte heute die Integrationssprecherin der SPÖ-Wien, Gemeinderätin Nurten Yilmaz. "Dort ist auch ganz klar festgehalten, dass Suchtverhalten grundsätzlich nicht eindimensional zu erklären ist, sondern aus dem Zusammenspiel von individuellen biologischen und psychischen, aber auch sozialen und gesellschaftlichen Faktoren resultiert. Die Gründe für die Sucht- und Drogenproblematik bei Personen mit Migrationsgeschichte sind daher nicht in ihrer "ausländischen" Herkunft zu suchen."

Risikofaktoren lägen vielmehr in den spezifischen Lebenslagen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. "Bei Zuwanderlnnen können hier zum Beispiel auch Eingliederungsschwierigkeiten in einen neuen gesellschaftlichen Kontext, sich negativ auswirkende ldentitätsfindungsprozesse und mangelnde Zukunftsperspektiven eine Rolle spielen", sagte Yilmaz.

Grundsätzlich gebe es in diesem Bereich eine Reihe von Maßnahmen in Wien: "In den Einrichtungen der Sucht und Drogenkoordination Wien wird neben Deutsch auch Beratung in Serbisch Kroatisch Rumänisch, Polnisch, Russisch und Englisch angeboten. Fremdsprachenkenntnisse werden, wie auch zahlreiche andere Faktoren, als Zusatzqualifikation bei der Einstellung berücksichtigt", sagte Yilmaz. Anfang des Jahres 2008 habe das Institut für Suchtprävention auch eine Arbeitsgruppe "Migration und Sucht" initiiert. "Hier sind wichtige Schlüsselpersonen beteiligt, wie etwa aus der Magistratsabteilung 17 dem Verein Dialog und dem Institut für Suchtprävention, die an Maßnahmen zur Förderung der interkulturellen Suchtprävention arbeiten. In einem nächsten Schritt werden praxisnahe Einrichtungen wie der Verein Dialog gezielt auf migrantische Communities zugehen."

Weiters gebe es einzelne Projekte des Instituts für Suchtprävention, die unter anderem Migrantinnen als Zielgruppe haben:
"Darunter das Projekt KICK für Fußballspielerlnnen sowie das Pilotprojekt PartyFit!, bei dem ein dreisprachiger "Safer Party Guide" - deutsch türkisch und serbisch - entwickelt und verteilt wurde", betonte Yilmaz. Für Maßnahmen im öffentlichen Raum würden auch Stellenbewerberinnen mit Migrationshintergrund bevorzugt eingestellt. Weiters gebe es vom Verein Wiener Sozialprojekte den kostenlosen Informations-Folder "Derf i des?" in zehn Sprachen.

Insgesamt seien aber alle Maßnahmen der Sucht- und Drogenkoordination Wien auch auf die Bedürfnisse von Menschen mit Migrationshintergrund ausgerichtet, schloss Yilmaz. (Schluss)

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