Brunner: Viele Feuchtgebiete durch Kraftwerks-, Straßenbau- und Tourismusprojekte in Gefahr

Grüne an Umweltminister: Konsequenter Feuchtgebietsschutz ist mehr als Alibiprojekte

Wien (OTS) - "Der heutige Weltfeuchtgebietstag, der an die Unterzeichnung der Ramsar-Konvention zum Schutz der Feuchtgebiete vor 38 Jahren erinnert, sollte für Umweltminister Berlakovich Anlass zum Nachdenken sein. Bundesweit sind unzählige Feuchtgebiete - Moore, Sümpfe, Feuchtwiesen, Flachwasserbereiche - durch Erschließungsprojekte einer unersättlichen Betonlobby bedroht und mit ihnen geschützte Pflanzen- und Tierarten - den Verpflichtungen Österreichs aus dem Ramsar-Abkommen zum Trotz. Sich hier wie der Umweltminister hinter einzelnen erfreulichen Flussgebietsrevitalisierungen wie im Mostviertel zu verstecken und ansonsten wegzuschauen ist zuwenig. Wenn der Minister sich nicht flächendeckend entschieden auf die Seite der Natur statt auf die Seite der Betonierer stellt, bleibt alles andere Alibi-Politik", so Christiane Brunner, Umweltsprecherin der Grünen.

"Nahezu alle Wasserkraftwerksprojekte von Regierung und Energiewirtschaft stehen in krassem Konflikt mit dem Naturschutz. Dabei fahren die Betonierer von den Gletschertälern Tirols bis zur Schwarzen Sulm und zur Mur in der Steiermark über EU-Recht und Bürgerproteste genauso drüber wie über den Feuchtgebietsschutz. Hier muss Berlakovich mehr zeigen als Wegschauen oder augenzwinkernde Symbolpolitik. Der Umweltminister muss die Naturschätze Österreichs verteidigen und sich ernsthaft für eine Energiepolitik mit Zukunft engagieren, die auf Energieeffizienz setzt und die sich die Menschen leisten können", so Brunner.

Die Umweltsprecherin der Grünen erinnert an weitere Erschließungsprojekte, wo das Recht bis zur Schmerzgrenze gebogen wird statt Feuchtgebietsschutz ernst zu nehmen: "Die geplante Brachial-Erweiterung des ohnedies schon riesigen Tiroler Schigebiets Ischgl um das Naturschutzjuwel Piz Val Gronda gefährdet einmalige Feuchtgebiets-Schätze im Fimbatal und Vesiltal. Ähnliches droht dem Ödenwinkel im Salzburger Stubachtal im unmittelbaren Vorfeld des Nationalparks Hohe Tauern. Auch Transitstraßen wie die südburgenländische S7 oder die Donaubrücke Traismauer werden mitten durch teils hochrangig geschützte Aulandschaften und Feuchtgebiete gepflügt. Sogar am Rand des Nationalparks und Ramsar-Schutzgebiets Neusiedlersee entlang betreiben hochrangige SPÖ- und ÖVP-Politiker eine Transit-Schnellstraße zwischen Eisenstadt und Neusiedl. Bundesweit und gerade in seiner Heimat Burgenland hätte Umweltminister Berlakovich also ein reiches Betätigungsfeld für glaubwürdigen Feuchtgebietsschutz".

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