Tumpel zu Arbeitsmarkt: Ein zweites Arbeitsmarktpaket für Hauptbetroffene von Arbeitslosigkeit ist dringend notwendig

Wien (OTS) - Rund 301.500 registrierte Arbeitslose und mehr als 53.500 Arbeitssuchende in Schulungsmaßnahmen, insgesamt rund 355.000 Menschen auf Arbeitsuche bedeuten einen Anstieg der Arbeitssuchenden gegenüber Jänner 2008 um knapp 34.000 Personen. Betroffen vom Einbruch sind, wie schon in den Monaten zuvor, vor allem die jüngeren und älteren ArbeitnehmerInnen. Mehr als 48.000 Junge und fast 60.000 Ältere waren im Jänner ohne Arbeit, das sind um fast 23 Prozent bzw fast 9 Prozent mehr als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Die Wirtschaftskrise hat den heimischen Arbeitsmarkt voll erfasst. Junge und ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sowie Beschäftigte in der Sachgütererzeugung und Leiharbeiter zählen zu den vom Arbeitsplatzverlust hauptbetroffenen Gruppen. AK-Präsident Herbert Tumpel fordert daher ein weiteres Arbeitsmarktpaket, mit dem gezielt die hauptbetroffenen Gruppen unterstützt werden können. "Die Situation ist ernst, ich fordere daher rasch weitere Maßnahmen zum Gegensteuern", sagt Tumpel. Der Finanzminister muss die dafür notwendigen Mittel im Budget zur Verfügung stellen. Nach Berechnungen der AK werden im Herbst nicht 12.000, sondern 15.000 Ausbildungsplätze für junge Menschen gebraucht. Das muss finanziell sichergestellt werden, denn gerade in einer Arbeitsmarktkrise brauchen alle Jungen eine gute Berufsausbildung. Die Ausbildungsgarantie-Erklärung der Regierung muss voll eingehalten werden. Beschäftigung sichern und möglichst Kündigungen verhindern muss die Devise sein. Deshalb fordert die AK eine flexiblere Bildungskarenz und eine für die Beschäftigten kleinerer Unternehmen deutlich attraktivere Altersteilzeit. Weitere Forderungen der AK sind ein Ausbau der Arbeitsstiftungen, vor allem auch für arbeitslos gewordene Leiharbeiter. Die Zahl der arbeitsuchenden Leiharbeiter ist gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahres um 32 Prozent auf über 30.000 gestiegen. "Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass die Leihfirmen die Schaffung einer Arbeitsstiftung für diese Branche blockieren. Denn sie werden die ersten sein, die nach Fachkräften rufen, wenn die Konjunktur wieder anspringt und müssen deshalb auch Verantwortung für die Ausbildung solcher Facharbeitskräfte übernehmen", sagt Tumpel.

Die Arbeitslosigkeit in Österreich wird in den nächsten Monaten weiter dramatish ansteigen. Besonders stark trifft der Arbeitsmarkteinbruch die jungen und die älteren ArbeitnehmerInnen und die Beschäftigten in der Sachgüterproduktion sowie die LeiharbeiterInnen. Nach der Reform der Kurzarbeit muss ein weiteres Arbeitsmarktpaket geschnürt werden, mit dem die hauptbetroffenen Arbeitnehmergruppen gezielt unterstützt werden:

+ 15.000 Ausbildungsplätze in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen für die Jungen auf Lehrstellensuche bis spätestens Herbst 2009.
+ Flexiblere Bildungskarenz für die Stabilisierung der Beschäftigung von Facharbeitskräften in Unternehmen mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
+ Attraktivere Altersteilzeit zur Sicherung der Beschäftigung älterer ArbeitnehmerInnen insbesondere in kleineren Unternehmen.
+ Ausbau von Arbeitsstiftungen und Weiterführung der Facharbeiterausbildungsprogramme des Arbeitsmarktservice (AMS) zur Unterstützung arbeitslos gewordener ArbeitnehmerInnen, darunter vor allem auch Facharbeiterintensivausbildungen zum Nachholen des Lehrabschlusses für junge Arbeitssuchende.
+ Verlängerung und Umgestaltung des Übergangsgeldes zur besseren sozialen Absicherung älterer, gesundheitlich beeinträchtigter Arbeitsloser, die keinen Arbeitsplatz mehr finden.
+ Mehr Personal und ausreichende finanzielle Ausstattung des AMS, damit die nun arbeitlos werdenden ArbeitnehmerInnen rasch und gut betreut und unterstützt werden können.

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