"KURIER"-Kommentar von Reinhard Göweil: Wann geht’s aufwärts?

Alle reden von der Krise. Das ist nicht hilfreich, aber besser als wegschauen.

Wien (OTS) - Viele Wirtschaftstreibende, aber auch Politiker
seufzen beim täglichen Blick in die Zeitungen: Krise, wohin das Auge reicht. Die Angst, dass durch die negativen Berichte die Krise noch tiefer wird, weil Menschen vorsichtiger werden im Konsum, oder Firmen Investitionen zurückstellen, ist real. Wirtschaft ist zur Hälfte Psychologie, und die Wirtschaftswissenschaften entstanden aus der Philosophie, gar kein Zweifel. Das Problem der Sache: Alle reden von der Krise, es gibt in Wirtschaftskreisen kaum ein anderes Thema derzeit. Dazu kommen die täglich neuen Daten, die leider nur eine Richtung kennen: nach Süden. Jüngstes Beispiel: Die Wachstumsaussichten für Osteuropa wurden in sechs Monaten von sieben auf fünf Prozent, dann auf 2,5, und jetzt auf null bis minus 0,4 Prozent korrigiert. Das hat wenig mit der Blödheit der Ökonomen zu tun, sondern mit dem sich rasch ändernden Verhalten der Wirtschaftstreibenden. In einem bisher nicht gekannten Tempo werden Investitionen auf Eis gelegt, Leute gekündigt, Insolvenzen angemeldet. Über die Krise zu sprechen ist daher verständlich, weil niemand etwas Vergleichbares erlebt hat. Es wäre furchtbar so zu tun, als ob es das Problem nicht gäbe. Es ist aber auch richtig, kräftig gegenzusteuern, auch um den Preis hoher Defizite. Jobs, die jetzt verschwinden, kommen nicht wieder. Und das wäre viel schlimmer als Berichte in den Zeitungen.

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