Sanierungsoffensive: die rasche Antwort auf Gas-, Wirtschafts- und Klimakrise

Wien (OTS) - Energieeffiziente Gebäude sind langfristige Investitionen in die Zukunft. Mit hohem Sparpotential: Energie, CO2 und Geld. Mehr als 80% der Betriebsenergie von Gebäuden könnten eingespart werden.

Die derzeitigen wirtschaftlichen Anreize reichen nicht aus, Bauherren zu diesen langfristigen Investitionen zu motivieren - das Einsparpotential wird nur ungenügend genutzt. Dabei stellt gerade die thermische Gebäudesanierung eine klassische WIN-WIN Situation dar:

Verbesserung der Wohn- und Arbeitsplatzqualität (Produktivität, Leistungsfähigkeit), Reduktion der Betriebskosten, Entlastung der Haushalte.

Investitionen in die heimische Bauwirtschaft: Schaffung von Arbeitsplätzen, Konjunkturaufschwung und Wertsteigerung von Immobilien. Das Wirtschaftsforschungsinstitut errechnete, dass eine Sanierungsquote von 3% jährlich 30.000 Arbeitsplätze schafft.
Für eine thermische Sanierung aller Nachkriegsbauten bis 2020 müsste die derzeitige Sanierungsrate von 0,8 % auf 3,0 bis 5,0 % erhöht werden. Förderungen und rechtliche Rahmenbedingungen (MRG, WEG) haben zu einem Rückgang der Sanierungsrate in den letzten 2 Jahren geführt. Das von der Regierung noch im letzten Jahr beschlossene Konjunkturpaket für die thermische Sanierung ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, die dafür veranschlagten 100 Millionen sind in Anbetracht der derzeitigen Gaskrise und der Abhängigkeit von Energieimporten aus instabilen Regionen zu wenig. Für spürbare Effekte wäre lt. WIFO zumindest der zehnfache Betrag notwendig. Architekten und Ingenieurkonsulenten verfügen über das notwendige Wissen um mit ihren Planungen einen Beitrag sowohl zur Steigerung der Lebensqualität als auch zum Klimaschutz bei gleichzeitigem volkswirtschaftlichem Nutzen zu leisten.

Einige Vorschläge zur Umsetzung einer zukunftsorientierten Klimaschutzpolitik im Gebäudebereich:

Erhöhung der Sanierungsförderungen, insbesondere von Komplettsanierungen im Sinne ganzheitlicher Maßnahmen
Nutzung der Vorbildwirkung öffentlicher Bauten wie z.B. in Niederösterreich mit dem Pflichtenheft "Energieeffizienz für NÖ Landesgebäude" vom 02.06.2007. Die Bundesregierung hat im Oktober 2000 mit dem Nationalen Klimaschutzprogramm beschlossen, beispielgebend für Unternehmen, Gebietskörperschaften und Bürger die CO2-Emissionen ihrer eigenen Liegenschaften um 25% bis 2005 und um 30% bis 2010 gegenüber 1990 zu reduzieren.

Anreize und Verbesserungen im rechtlichen Umfeld: Adaptierung des Mietrechtsgesetzes (MRG), um private Sanierungsinvestitionen zu fördern, sowie des Wohnungseigentumsgesetzes (WEG) und des Raumordnungsgesetz (ROG) hinsichtlich Energieeffizienz. Steuerabschreibmodelle für Firmen und private Bauherren für energieeffiziente Sanierung.

Rückfragen & Kontakt:

Prof. Dipl.Ing. Dr. Peter Maydl, Tel.: 0316/873-71-50
e-mail: peter.maydl@TUGraz.at

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