vida fordert Entscheidungsfreiheit für MieterInnen und EigentümerInnen

Frint: Es geht nicht um die Reinstallation des alten Hausbesorgergesetzes, wir fordern eine einheitliche Neuregelung

Wien (vida/ÖGB) - Der unqualifizierte Vorstoß des Fachverbands der Immobilien- und Vermögenstreuhänder stößt bei der Gewerkschaft vida auf Kritik: "Herr Malloth hat uns hier wohl falsch verstanden. Auch wir haben die Zeichen der Zeit erkannt." Es gehe weder darum, alte Privilegien wieder aufleben zu lassen, noch um die Reinstallation des alten Gesetzes. ++++

"Uns geht es darum, Rahmenbedingungen dafür zu schaffen, dass HausbetreuerInnen in ordentliche Beschäftigungsverhältnisse aufgenommen werden können", so Karl Frint, Vorsitzender der vida-Bundesfachgruppe Reinigung und Wartung und Zentralbetriebsratsvorsitzender von Wiener Wohnen.

Zwt.: vida fordert einheitliche Regelung für HausbetreuerInnen

Seit 1. Juli 2000 gibt es kein Hausbesorgergesetz mehr, die Situation für ArbeitnehmerInnen ist dadurch alles andere als besser geworden, und der Markt ist unüberschaubarer denn je. Viele ArbeitnehmerInnen arbeiten mit Werkverträgen oder freien Dienstverträgen. Vor allem sind wichtige Frauenarbeitsplätze, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ermöglichen, verloren gegangen. "Bundeseinheitliche Regelungen könnten auch auf Basis eines Kollektivvertrages ausverhandelt werden", betont Ursula Woditschka, vida-Bundesfachgruppensekretärin. Weiters könnten Synergien zwischen HausbetreuerInnen und ReinigerInnen genutzt werden, wie es etwa in den Wohnanlagen der Gesiba erfolgreich praktiziert wird.

Zwt.: MieterInnen und EigentümerInnen wollen Wahlmöglichkeit

Viele MieterInnen und EigentümerInnen, aber auch Genossenschaften und gemeinnützige Wohnbauträger würden gerne wieder eine/n HausbetreuerIn, eine sogenannte "gute Seele" vor Ort, einsetzen. Diese Funktion kann von Unternehmen, deren Beschäftigte nur wenige Stunden pro Woche vor Ort sind und dann schon zum nächsten Einsatz weiter müssen, nicht ersetzt werden. Die Leistungen von HausbetreuerInnen sind umfassender als sie ein Reinigungsunternehmen erbringen könnte und daher auf den ersten Blick auch kostenintensiver. Das erstreckt sich von Leistungen im sozialen und zwischenmenschlichen Bereich, wie etwa als logische/r AnsprechpartnerIn in allen Bereichen, die die Hausgemeinschaft betrifft, bis hin zu ökonomischen Überlegungen. Folgekosten wie etwa Gehsteigunfälle oder der Verfall von Wohnhausanlagen könnten durch die Beschäftigung einer fixen Hausbetreuung deutlich reduziert werden. Aus Sicht der Gewerkschaft vida sollte es die Wahlmöglichkeit geben, je nach Bedarf ein Reinigungsunternehmen oder eine/n HausbetreuerIn einzusetzen.

Zwt.: Neue Regelung für HausbetreuerInnen ist überfällig

In den vergangenen Jahren hat die Gewerkschaft vida viele Versuche unternommen, einen geeigneten Ersatz für das gekippte Gesetz zu installieren. 2005 wurde etwa ein österreichweit geltender Mindestlohntarif für HausbetreuerInnen eingeführt, der jedoch von kollektivvertragsfähigen Arbeitgebern nicht zwingend angewendet werden muss. Auch die Verhandlungen für einen eigenen Kollektivvertrag scheiterten. Viele aktuelle Arbeitsverträge sind -nicht zuletzt aufgrund der unzulässigen Übertragung der Schneeräumungspflicht an ArbeitnehmerInnen - nicht gesetzeskonform. "Eine neue Regelung für HausbetreuerInnen ist längst überfällig, der aktuelle Wildwuchs auf dem Rücken der ArbeitnehmerInnen muss ein Ende haben", so die Gewerkschaftsvertreter. Abschließend meint Frint: "Wir fordern Herrn Malloth auf, die Gesprächsverweigerung einzustellen und sich als Teil der Sozialpartnerschaft an einen Tisch mit uns zu setzen, um Verhandlungen aufzunehmen."

ÖGB, 29. Jänner 2009 Nr. 35

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