Wiener Gemeinderat (2)

Fragestunde

Wien (OTS) - Die fünfte Anfrage von GR Anton Mahdalik (FPÖ) wandte sich an Bgm. Dr. Michael Häupl (SPÖ) und betraf die Errichtung einer neuen Mehrzweckhalle für Großereignisse und sportliche Zwecke. Häupl argumentierte, dass eine solche Halle zu 80 Prozent für Kongresse und sonstige Veranstaltungen gedacht wäre und lediglich zu 20 Prozent für sportliche Zwecke. Laut Erhebungen des Tourismus seien aber momentan genügend derartige Räumlichkeiten in Wien vorhanden. Nichtsdestotrotz läge ihm der Eishockeysport sehr am Herzen und er werde gemeinsam mit der Sportstadträtin und dem Präsidenten der Vienna Capitals in den nächsten Wochen eine adäquate Lösung finden, versprach Häupl. Eine Variante sei zweifelsohne der Ausbau der Albert-Schultz-Halle in der Donaustadt. Im weiteren verurteilte er den angedachten Bau einer Schihalle als "Schnapsidee", die von der Stadt keinesfalls mit einem Grundstück oder etwaigen Förderungen unterstützt werde. Über die Schisprungschanze, die eine Idee des ÖSV sei, könne man durchaus noch diskutieren. Bezugnehmend auf die Frage, dass auch Hallen für andere Sportarten bereits in "erbärmlichem" Zustand seien, meinte Häupl, dass man sich sehr bemühe, alle Hallen entsprechend in Stand zu setzen.

Aktuelle Stunde zum Thema "Statt Qualitätsverbesserung -Tariferhöhung bei den Wiener Linien?"

GR Dr. Herbert Madejski (FPÖ) bemerkte zur Begründung des Themas seiner Fraktion, dass er selbst ein häufiger Fahrgast der öffentlichen Verkehrsmittel sei. Er halte es für unzumutbar, dass viele U-Bahn-Stationen in einer Großstadt wie Wien keine Lifte bzw. nur Ausgänge auf einer Seite hätten. Weiters gebe es Probleme bei der Fahrzeiteinhaltung und auch bei den Wartehäuschen, wo es mancherorts extrem ziehe, so Madejski. Er sprach erneut eine vorzeitige Verlängerung der U6 bis zum geplanten Krankenhaus Nord an, die nach Meinung der FPÖ dringen erforderlich sei. Ein gewisses Maß an Qualität sei von den Wiener Linien zumindest zu erwarten. Große Probleme sehe er auch in der Preispolitik der Wiener Linien, die gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise komplett falsch laufe. Er kritisierte auch das Mittel der Valorisierung, das in derartigen Zeiten unverantwortlich und unpassend sei.

GR Mag. Maria Vassilakou (Grüne) begrüßte es, dass man von der geplanten Garage am Naschmarkt mittlerweile abgegangen sei, da diese eine große Fehlentscheidung gewesen wäre. Statt dessen sei es wichtig, in die Peripherie Wiens und in das öffentliche Verkehrsnetz zu investieren, um den PKW-Verkehr langfristig zu reduzieren. Die letzte Tariferhöhung bei den Wiener Linien sei erst zwei Jahre her und sie rechnet daher mit großen Missmut unter der Bevölkerung bei einer neuerlichen Erhöhung der Tarife im Sommer 2009. Auch die unnötigen Wartungssausgaben für alte Straßenbahn-Garnituren sei unverständlich, ebenso wie die laut RH-Bericht attestierten "verschwundenen" neun Millionen Euro, deren Verbleiben man seitens der SPÖ nicht erklären könne.

GR Mag. Wolfgang Gerstl (ÖVP) stellte fest, dass die Wirtschaftsleistung in den nächsten Jahren drastisch zurück gehen werde und man zudem immer mehr Menschen in Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit erwarte. Die SPÖ verstehe es in diesen Zeiten der wirtschaftlichen Krise nicht, entsprechend zu wirtschaften. Dringende Empfehlungen seien die Optimierungen der alten Ulf-Garnituren, das Angebot spezieller Familienkarten sowie die Gratisnutzung der Park & Ride-Anlagen an den Stadträndern. Es gebe reichlich Möglichkeiten, die öffentlichen Verkehrsmitteln attraktiver zu gestalten, die SPÖ müsse sie nur nutzen.

GR Karlheinz Hora (SPÖ) argumentierte, dass es jedes Jahr eine Steigerung der Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel gebe. Momentan würden 800 Millionen Fahrgäste pro Jahr das Netz nutzen. In den letzten Jahren habe es eine große Aufstockung neuer Garnituren gegeben, auch erinnerte er an die Einführung neuer Linien, sowie die Verdichtung von Intervallen. Auch das Angebot der neuen Ringlinien werde von den Fahrgästen sehr gut angenommen. Den Äußerungen der Opposition könne er nicht zustimmen, er habe zeitweise das Gefühl, dass diese gar nicht wisse, wovon sie rede, wenn sie gegen die Wiener Linien das Wort ergreife. Die Wiener Linien leisten hervorragende Arbeit und er bedanke sich bei allen dortigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, schloss Hora. (Forts.) wil/bom

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