WKÖ-Höllinger: Brüssel greift Forderung nach Gleichbehandlung von Papier- und E-Rechnung auf

Digitale Signatur soll für steuerliche Anerkennung elektronischer Rechnungen künftig nicht mehr notwendig sein - massive Einsparungen für Betriebe möglich

Wien (PWK072) - "Mit ihrem Vorschlag, Rechnungen auf Papier und in elektronischer Form in Zukunft gleich zu behandeln, greift die Europäische Kommission eine langjährige Forderung der Wirtschaftskammer auf", begrüßt der Stellvertretende Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), Herwig Höllinger, einen entsprechenden Vorstoß der EU-Kommission im Rahmen ihrer "Better Regulation"-Initiative. "Die Gleichstellung der Rechnung in Papier-und elektronischer Form bedeutet eine klare Erleichterung für unsere Unternehmen", so Höllinger.

Bis dato ist für die steuerliche Anerkennung der E-Rechnung eine fortgeschrittene elektronische Signatur notwendig. Wahlmöglichkeiten der Mitgliedstaaten bei der Umsetzung der EU-Richtlinie haben zusätzlich zu großer Rechtsunsicherheit geführt und die Verbreitung der E-Rechnung im grenzüberschreitenden Bereich de facto behindert. Auch innerhalb Österreichs haben die komplizierten Steuer- und Archivierungsfragen dazu geführt, dass bisher nur große Unternehmen die enormen Einsparungspotenziale der elektronischen Rechnungslegung nutzen konnten.

Dies soll sich nun ändern: Nach Auffassung der Kommission soll die elektronische Rechnungslegung gefördert werden - und zwar indem etwa die verpflichtende elektronische Signatur fällt. Zusätzlich soll die elektronische Speicherung von Rechnungen steuerrechtlich auch dann zulässig sein, wenn die ursprüngliche Rechnung ein Papierdokument ist. Außerdem werden einheitliche Aufbewahrungszeiten festgelegt.

"Die von Brüssel geforderte Gleichbehandlung wird der E-Rechnung einen enormen Schub verleihen", ist Höllinger überzeugt. Die E-Rechnung beschleunige die Abwicklung von Geschäftsprozessen, sei ökologischer und ermögliche Einsparungen von bis zu 70 Prozent gegenüber der herkömmlichen Papierrechnung. Sie fristet derzeit in Österreich aber ein Schattendasein und wird Schätzungen zufolge von nicht einmal zehn Prozent der österreichischen Unternehmen sinnvoll eingesetzt.

"Allein bei 200 bis 300 Millionen B2B-Rechnungen ermöglicht die E-Rechnung ein Einsparungspotenzial von bis zu 600 Millionen Euro pro Jahr in Österreich. Das sind 600 Millionen gute Gründe für eine Vereinfachung der derzeitigen Rechtslage", so Höllinger.

Das tatsächliche Ende der "Diskriminierung" der elektronischen Rechnung ist jedoch nur dann möglich, wenn die EU-Staaten den Vorschlag der Kommission einstimmig absegnen. "Nun liegt es an den EU-Regierungen, diesem wichtigen Vorschlag für die Unternehmen in Österreich und ganz Europa zum Durchbruch zu verhelfen", so Höllinger abschließend. (SR)

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