"KURIER"-Kommentar von Andreas Schwarz: "Gefährliche Schule"

Abstruse Ansichten von Religionslehrern sind nicht Privatsache.

Wien (OTS) - Jeder fünfte muslimische Religionslehrer in Österreich lehnt die Demokratie ab und hält die Menschenrechtserklärung für mit dem Islam nicht vereinbar. Und immer noch jeder zehnte kann der Gewalt als Verbreitungsmittel seiner Religion etwas abgewinnen.
Dieses Studienergebnis macht auch höchste islamische Würdenträger "traurig". Aber mit dem Hinweis auf die "Privatmeinung" der Befragten ist es nicht abzutun.
Bevor aber jetzt die, die es immer schon gewusst haben, wieder gegen die Hassprediger und den Islam an sich wettern, sind zwei Dinge festzuhalten:
1.) Die Auswahl, Ausbildung und Kontrolle der Religionslehrer obliegt der Glaubensgemeinschaft (nicht nur der islamischen). Sie hat daher - auch im Interesse der Integration - dringend dafür zu sorgen, dass solche Ansichten nicht auf Schüler multipliziert werden. 2.) Die Trennung von Staat und Kirche, die in einer aufgeklärten Gesellschaft zu Recht gepriesen wird, kann nicht heißen, dass sich der Staat aus der Kontrolle dessen, was in seinen Schulen im Bereich Religion passiert, völlig heraus hält. Nicht, weil er die Lehrer ja auch finanziert, sondern weil der Glaube an Selbstkontrolle offenbar ein bisschen naiv ist.

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