Plass/Grüne Wirtschaft: Banken raus aus der Wirtschaftskammer!

KMUs müssen gegenüber den Kreditinstituten konsequenter vertreten werden

Wien (OTS) - "Die derzeitige Kreditkrise und die lauwarmen Aktivitäten der Wirtschaftskammer zeigen, dass es unmöglich ist, innerhalb einer Organisation gleichzeitig die Interessen von KMUs und die Interessen der großen Banken zu vertreten. Am sinnvollsten wäre es, die Banken möglichst rasch aus der WKÖ in eine eigene Interessenvertretung auszugliedern und damit die schizophrene Rolle der Wirtschaftskammer endlich zu beenden", meint Volker Plass, Bundessprecher der Grünen Wirtschaft, anlässlich des kammerinternen "Bankengipfels", der heute in der WKÖ stattfindet.

Laut Wirtschaftskammergesetz sei die WKÖ zu einem Interessenausgleich zwischen allen Mitgliedern verpflichtet, meint Plass. Wenn aber WKÖ-Präsident Christoph Leitl sogar in aller Öffentlichkeit von "meiner Kreditwirtschaft" spreche, zeige dies, dass er in dieser Frage ein Diener zweier Herren sei. "Wir wünschen uns, dass Leitl nicht nur gegenüber der Europäischen Zentralbank die Muskeln spielen lässt, sondern auch die heimischen Kreditinstitute scharf angreift, wenn sie die heimischen KMUs im Regen stehen lassen! Diesbezüglich war bei seiner heutigen Pressekonferenz nichts zu hören. Derzeit agiert die Kammer gegenüber den Banken lediglich wie ein Bittsteller."

Vorübergehender Kapitaltilgungsstopp für Betriebe

Neben der Weitergabe gesenkter Zentralbankzinsen und einer raschen Auflösung der derzeit vorherrschenden "Kreditklemme" müsse die sogar bei langjährigen Firmenkunden oft plötzlich erfolgte Fälligstellung von Krediten umgehend beendet bzw. zurückgenommen werden. "Für viele grundsätzlich gesunde Betriebe ist angesichts der derzeit angespannten wirtschaftlichen Situation die Rückzahlung ihrer laufenden Kredite schwierig. Für diese Betriebe müsste es zumindest im heurigen Jahr einen vorübergehenden Kapitaltilgungsstopp geben", fordert Plass. "Es ist unerträglich, dass die Banken als Verursacher der Finanzkrise zuerst staatliche Unterstützung in Anspruch nehmen und dann mit ihrer Rücksichtslosigkeit die Krise weiter anheizen!"

Zur Ausgliederung der Banken aus der Wirtschaftskammer meint Plass:
"Im Gegenzug könnte man die Architekten und Ingenieurkonsulenten, die Wirtschaftstreuhänder und die Apotheker in die Wirtschaftskammer einladen. Der viel zitierte österreichischen Kammerstaat würde also durch diese Maßnahme nicht zusätzlich aufgebläht, sondern um einiges logischer und schlanker", so Plass abschließend.

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