Gesundheitsberufe mit Zukunft

1. Österreichischer Bericht der gehobenen medizinisch-technischen Dienste (MTD)

Wien (OTS) - Seit Anfang dieses Jahres gibt es in Österreich erstmals einen offiziellen Bericht der gehobenen medizinisch-technischen Dienste (MTD), in dem umfassend die Kompetenzen und Leistungen der MTD-Berufe, ihre gesetzlichen und sonstigen Rahmenbedingungen und die daraus resultierenden berufsspezifischen Fragen und aktuellen berufspolitischen Probleme dargestellt sind.

Die MTD bilden mit geschätzt gut 20.000 Berufsangehörigen die drittgrößte Gruppe im Gesundheitswesen, nach ÄrztInnen und Pflegepersonen. Im Durchschnitt hat jede/r ÖsterreicherIn gut ein halbes Dutzend Mal pro Jahr direkt oder indirekt mit einer/m MTD-Berufsangehörigen zu tun.

Die MTD sind einer der Gesundheitsberufe, die per Gesetz zur Behandlung von Kranken berechtigt sind. Sie umfassen sieben Berufsgruppen, die im Dachverband der gehobenen medizinisch-technischen Dienste, MTD-Austria, zusammengefasst sind und deren Kompetenzen und Ausbildung in einem eigenen MTD-Gesetz seit 1992 geregelt sind.

Zu den sieben Berufsgruppen zählen:
- Biomedizinische AnalytikerInnen,
- DiätologInnen,
- ErgotherapeutInnen,
- LogopädInnen,
- OrthoptistInnen,
- PhysiotherapeutInnen,
- RadiologietechnologInnen

Eines der größten Probleme im Gesundheitswesen ist die stetig wachsende Zahl selbsternannter Gesundheitsberufe, die keine gesetzliche Grundlage haben. Laut MTD-Bericht gibt es bereits wahllos und zahllos mehr oder weniger fantasievolle Bezeichnungen - vom Ernährungsmanager über den Legasthenietrainer bis zum Rückencoach -für schlecht bis gar nicht ausgebildete Anbieter von Gesundheitsleistungen. Diese agieren oft ohne gesetzliche Grundlage. PatientInnen haben aber praktisch keine Chance, sich in diesem babylonischen Turm von Berufsbezeichnungen zu Recht zu finden. Sie wenden sich dann im guten Glauben an vermeintliche SpezialistInnen, deren "Ausbildung" aber oft nur ein Wochenendseminar umfasst. "Besonders problematisch und gefährlich wird es dort, wo Pseudo-ExpertInnen Kranke behandeln", warnt auch die Vorsitzende des Verbandes der DiätologInnen Österreichs, Andrea Hofbauer.

"Es darf nicht sein, dass die Behörden erst reagieren, wenn KonsumentInnen - sprich: PatientInnen - durch unqualifizierte Beratung und Behandlung zu Schaden kommen. Dafür ist die Gesundheit der Betroffenen zu kostbar", warnt MTD-Austria-Präsidentin, Mag. Gabriele Jaksch.

Anlässlich der Präsentation des MTD-Berichtes forderte sie daher neuerlich eine gesetzlich verpflichtende Registrierung von MTD-Berufsberechtigten, die analog der Registrierung von ÄrztInnen durch die Ärztekammer durch MTD-Austria erfolgen soll. Die öffentlich einsehbare Liste ermöglicht eine deutliche Erkennbarkeit der MTD-Berufsberechtigten und bildet eine Orientierungshilfe für PatientInnen, Behörden und Mediziner.

Das Problem könnte schon bald noch größere Dimensionen annehmen. In Folge steigender Arbeitslosigkeit suchen Betroffene vermehrt nach Möglichkeiten einer selbstständigen Erwerbstätigkeit. In der Hoffnung auf eine lukrative Beschäftigung investieren sie in dubiose Schmalspur-Ausbildungen zu "GesundheitsberaterInnen" und wissen oft gar nicht, dass sie sich auf gesetzliches Glatteis begeben.

"Es müssen daher auch im Gesundheitswesen die bestehenden Rechtsinstrumente effektiv und besser eingesetzt werden, damit die Schutzregelungen für PatientInnen auch real durchsetzbar sind", fordert Jaksch. Regelungen dieser Art - wie etwa das Gesetz gegen Kurpfuscherei - gibt es seit langem im Bereich der Ärzteschaft und sind mittlerweile (leider) auch für den MTD-Bereich erforderlich. Denn der Bedarf an qualifizierten Fachkräften aus den MTD-Berufen steigt kontinuierlich an.

Die offizielle Endfassung des MTD-Berichtes kann über http://www.mtd-austria.at eingesehen werden.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Gabriele Jaksch
Präsidentin MTD-Austria
Grüngasse 9 / Top 20, 1050 Wien
E: office@mtd-austria.at

Otto Havelka
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T: 02230/2791, F: 02230/2791-27, M: 0664/103 54 21
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