Bandion-Ortner will Kampf gegen Kinderpornografie verstärken

Neue Justizministerin in "Sonntag"-Interview: "Wer Kinderpornografie konsumiert, handelt so verwerflich wie der Produzent"

Wien, 28.1.09 (KAP) Justizministerin Claudia Bandion-Ortner will zusätzliche Schritte im Kampf gegen Kinderpornografie setzen. In einem Interview in der aktuellen Ausgabe der Wiener Kirchenzeitung "Der Sonntag" kündigt Bandion-Ortner an, dass in Zukunft auch das "Anklicken" und damit wissentliche Betrachten von kinderpornografischen Darstellungen ein strafbarer Tatbestand werden soll. Derzeit können solche Darstellungen, sofern man sie nicht auf einen Datenträger speichert oder weiter verbreitet, im Prinzip straflos betrachten. "Kinder und Jugendliche sind das schwächste Glied unserer Gesellschaft und müssen daher ganz besonders geschützt werden", so Bandion-Ortner im Gespräch mit dem "Sonntag".

Vor allem müsse die Bewusstseinsbildung verstärkt werden, ist die neue Justizministerin überzeugt: "Man muss den Menschen klar machen, dass es keinerlei moralischen Unterschied zwischen Produzenten und Konsumenten gibt. Wer Kinderpornografie konsumiert, handelt genauso verwerflich wie der, der sie produziert", so Bandion-Ortner im "Sonntag"-Gespräch.

Die Justizministerin glaubt zwar nicht, dass das Unrechtsbewusstsein der Gesellschaft gegenüber dem Konsum von Kinderpornografie abgenommen hat. Technische Entwicklungen wie das Internet hätten die Verbreitung und den Zugang zu kinderpornografischen Darstellungen aber erleichtert, betonte die Justizministerin: "Und natürlich baut die Anonymität sonst möglicherweise vorhandene Hemmschwellen ab". (ende)
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