Neue KÄRNTNER TAGESZEITUNG - Kommentar: "Weil der Knüller eine Keule ist" (von Claudia Grabner)

Ausgabe, 28. Jänner 2009

Klagenfurt (OTS) - Wer wird denn das Kind beim Namen nennen, wenn
es sich ebenso elegant wie hinterfotzig - sorry, aber es musste sein - machen lässt? Eben. Also tut der Kärntner ÖVP-Chef Josef Martinz schon gut daran, das 1000-Euro-Müttergeld als frauenpolitischen Knüller zu tarnen. Ansonsten würde man nicht zwei Mal hinsehen müssen, um zu verstehen: Der Knüller ist eine Keule. Eine Keule, mit der Mann Frau mit rabenschwarz-konservativer Familien-Ideologie in die Knie zwingt. 1000 Euro pro Monat fürs Kind-, Haus-, Heim-Hüten. Drei Jahre lang. Drei Jahre weg vom Arbeitsmarkt heißt unterbezahlte Arbeitskraft bis zum Lebensende. In wertekonservativer Blindheit soll das andere Geschlecht in der von Uralt-Traditionen diktierten Fremdbestimmung einzementiert werden. Anstatt einen Kraftakt zu setzen für eine seit Jahrzehnten (sic!) überfällige Annäherung (sic!) der Gehälterschere, steht ein neuer Akt der Unverfrorenheit an: Wie einem Hund den Knochen hält man der Frau ein Bündel Geldscheine unter die Nase - und serviert sie ab aus dem vollwertigen Arbeitsmarkt.

Rückfragen & Kontakt:

Neue Kärntner Tageszeitung
Viktringer Ring 28
9020 Klagenfurt

Mag. Claudia Grabner
Tel.: 0463/5866-532
E-Mail: claudia.grabner@ktz.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KTI0001