Ludwig Boltzmann Gesellschaft: 47 Anträge für neue Institute eingelangt

Insgesamt 35 Millionen Euro Gesamtvolumen - Entscheidung fällt im Oktober - Lingner: "Den Forschungsstandort Österreich nicht durch falsche Einsparmaßnahmen beschädigen"

Wien (OTS) - Bei der dritten Ausschreibung nach der 2002 erfolgten Reform der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) sind insgesamt 47 Anträge für die Gründung neuer Ludwig Boltzmann Institute eingelangt. Für eine Laufzeit von sieben Jahren stehen pro Jahr 5 Millionen Euro und damit ein Gesamtvolumen von 35 Millionen zur Verfügung. Der Finanzierungsanteil der LBG entspricht jeweils 60-80% des Gesamtbudgets eines Ludwig Boltzmann Instituts. Das beantragte Gesamtvolumen aller Einreichungen macht rund 55 Millionen Euro pro Jahr aus.

Derzeit werden die Anträge, die sich zu 55% auf Geistes-, Sozial-und Kulturwissenschaften, so wie zu 45% auf medizinische Themen beziehen, von internationalen Experten begutachtet. Bis Ende April soll feststehen, wer in die zweite Runde kommt und einen Langantrag formulieren wird. Dieser muss bis Ende Juli abgegeben werden. Die Auswahlentscheidung soll bis Mitte Oktober fallen.

Neues Kurzantragsverfahren war erfolgreich

Claudia Lingner, Geschäftsführerin der LBG: "Wir freuen uns sehr über das große Interesse und die hohe Beteiligung an der Ausschreibung. Die Veränderung des Antragsverfahrens ist bei den Bewerbern besonders gut angekommen, weil im neuen Kurzantrag die Idee im Vordergrund stand. Dadurch konnten die Wissenschaftler ihre Konzepte prägnant darstellen". Besonders erfreulich sei auch die hohe Beteiligung der Universitäten fast aller österreichischen Universitätsstädte. Und schließlich sei positiv, dass neben österreichischen Organisationen an zwei Dritteln der Anträge internationale Partnerorganisationen beteiligt sind.

Die hohe Beteiligung "bestätigt unseren Weg der Neustrukturierung seit der Reform", so Lingner weiters. "Jene Institute, die nach den ersten beiden Ausschreibungen gegründet wurden, entwickeln sich hervorragend. Die ForscherInnen nehmen die Förderungsmöglichkeiten der Ludwig Boltzmann Gesellschaft offensichtlich gern an". Allgemein scheine sich das Konzept der längerfristigen Forschungsvorhaben mit institutionellen Partnerorganisationen zu bewähren. Durch die Ausschreibung und das zweistufige Wettbewerbsverfahren mit ausschließlich internationaler Begutachtung bildet die LBG die Voraussetzung für hochqualitative Forschungsinstitute.

LBG-Geschäftsführerin Claudia Lingner: "Nur nachhaltige Spitzenforschung ermöglicht Innovationen für die Zukunft"

Die LBG schließt sich der Meinung vieler renommierter WissenschaftlerInnen an, dass die österreichische Forschung nicht durch die aktuelle Budgetknappheit an Qualität verlieren darf. Lingner: "Es wäre strategisch sehr unklug, den Forschungsstandort Österreich durch falsche Einsparmaßnahmen zu beschädigen. Nur nachhaltige Spitzenforschung ermöglicht Innovationen für die Zukunft. Die Ludwig Boltzmann Gesellschaft wird dafür kämpfen, sowohl anwendungsorientierte Forschung als auch Grundlagenforschung weiterhin zu ermöglichen".

Nach einer Organisationsreform 2002 umfasst die LBG derzeit zwanzig Ludwig Boltzmann Institute und acht Cluster. Bei der ersten Ausschreibung wurden 2005 folgende fünf LBI gegründet: das LBI für Europäische Geschichte und Öffentlichkeit, für Geschichte und Theorie der Biographie, für Health Technology Assessment, für Krebsforschung und für Medien.Kunst.Forschung. Aufgrund der zweiten Ausschreibung entstanden 2008 das LBI für klinisch-forensische Bildgebung und für Health Promotion Research.

Die 1961 gegründete Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBG) ist eine private Trägerorganisation für Forschungseinrichtungen in Österreich und befasst sich mit medizinischen sowie geistes-, sozial- und kulturwissenschaftlichen Fragestellungen. Seit einer umfassenden Organisationsreform 2002 werden Ludwig Boltzmann Institute (LBI) aufgrund von Ausschreibungen und mit internationalem Begutachtungsverfahren eingerichtet. Ein besonderes Merkmal von Ludwig Boltzmann Instituten ist die Kooperation mit Partnerorganisationen.

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