Falter: Karambolage: Zeuge bestätigt Vorwürfe gegen das Bundesheer

Experte: "Nebelgranaten des Militärs sind Auslaufmodell"

Wien (OTS) - Im Gespräch mit der Wochenzeitung "Falter" hat ein Zeuge der Massenkarambolage auf der Donauuferautobahn bei Korneuburg vergangenen Donnerstag die Vorwürfe gegen das Österreichische Bundesheer bestätigt: "Der Rauch war grau-weiß und wurde immer dichter. Nach ein paar Minuten sah ich die eigene Hand vor den Augen nicht mehr", sagt der Zeuge, der sich zum Zeitpunkt des Unfalls auf einer Tankstelle aufhielt, die nur wenige Meter von Ort der Karambolage entfernt liegt. Dem Heer wird vorgeworfen, durch das Zünden von Nebelgranaten den Unfall verursacht zu haben.

Der Zeuge hörte außerdem im Vorfeld des Unglücks zwei Detonationen in unmittelbarer Nähe der Autobahn. Die Militärübung in einem Auwald namens "Hofau" direkt neben der Autobahn statt.

Ein renommierter Waffenexperte sagte im Gespräch mit dem "Falter", dass am Abend des Unfalls mehrere Leuchtraketen und vier Nebelgranaten eingesetzt worden seien. Bei letzteren handelt es sich allerdings um Auslaufmodelle: Vor zwanzig Jahre sei ein Rekrut ums Leben gekommen, nachdem der Wirkstoff der Granate in einem geschlossenen Raum bei hoher Luftfeuchtigkeit Salzsäure gebildet habe.

Am vergangenen Donnerstag kam es auf der Donauuferbahn zu einer Massenkarambolage mit einer Toten und sieben Verletzten. Seitdem reißen die Spekulationen nicht ab, dass die Nebelgranaten des Bundesheeres das Unglück verursacht haben könnten. Die Rekruten werfen ihren Vorgesetzten außerdem vor, ihnen das Leisten von Erster Hilfe am Unfallort verweigert zu haben. 2002 soll es auf der Südautobahn aus einem ähnlichen Grund zu einer
Karambolage gekommen sein.

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