Cholesterin: Die unsichtbare Gefahr

"Liebe Dein Leben" - Eine Initiative von AstraZeneca

Wien (OTS) - Kardiovaskuläre Beschwerden sind die häufigste Ursache für chronische Erkrankungen und Todesfälle in Europa. Jährlich sterben europaweit rund 4,35 Millionen Menschen an den Folgen von Herz-Kreislauferkrankungen. Das kardiovaskuläre Risiko wird von biologischen, psychosozialen und Umweltfaktoren beeinflusst. Als größter Risikofaktor gilt dabei das LDL-Cholesterin. Rund 50 Prozent aller Österreicher weisen ein erhöhtes Gesamtcholesterin auf. Trotz Aufklärung und guter Behandlungsmöglichkeiten wird die Gefahr, die von zu hohen LDL-C-Werten ausgeht, immer noch weitgehend unterschätzt.+++

Herz-Kreislauferkrankungen stellen in Europa die häufigste Ursache für vorzeitigen Tod dar. Allein in Österreich starben 2007 rund 32.864 Menschen an den Folgen von kardiovaskulären Beschwerden. Ein erhöhter Cholesterinspiegel ist einer der gefährlichsten Risikofaktoren für die Bildung von Arteriosklerose, die in der Folge zu einem lebensbedrohlichen Gefäßverschluss (Herzinfarkt) führen kann. Das LDL-Cholesterin (Low Density Lipoproteine), im täglichen Sprachgebrauch oft als das "böse" Cholesterin bezeichnet, lagert sich bei einem Überangebot an Cholesterin an den Innenschichten der Gefäße ab. Durch diese Verengung der Herzkranzgefäße, durch die das Herz mit weniger Sauerstoff versorgt wird, steigt das Risiko eines Herzinfarkts oder einer Herzmuskelschwäche. Studien belegen, dass die Senkung des LDL-Cholesterins um 1mg/dl das Herz-Kreislaufrisiko um ein Prozent senkt. Trotz dieses Wissens werden in der praktischen Patientenbetreuung die Zielwerte oft nicht erreicht, was besonders für stark gefährdete Patientengruppen wie Diabetiker oder Personen mit kardiovaskulärer Vorgeschichte ein hohes Risiko darstellt. "Österreich liegt in der Verschreibung von Statinen im europäischen Schnitt, das Verbesserungspotential in unserem Land ist aber sehr groß. Nur rund 30 bis 40 Prozent der behandelten Patienten liegen im Zielbereich, bei 60 bis 70 Prozent ist das Potential noch nicht voll ausgeschöpft. Im Sinne der Patienten wäre es ein wünschenswertes Ziel, dass Österreich im Bereich der Zielerreichung eine Vorreiterrolle einnimmt", weiß Prim. Univ. Doz. Dr. Otto Traindl, Vorstand der Internen Abteilung am LKH Mistelbach.

Die Pressekonferenz bildet den Auftakt zu einer umfassenden Kampagne, um das Risikobewusstsein für Cholesterinwerte zu erhöhen. Die Initiative "Liebe Dein Leben. Achte auf dein Risiko. Denk an LDL!" wird von AstraZeneca unterstützt.

Von Lebensstiländerung bis zur medikamentösen Therapie Patienten, bei denen noch keine klinisch manifestierte Arteriosklerose nachgewiesen wurde, können sich durch eine Lebensstiländerung präventiv schützen. Dazu müssen Risikofaktoren wie Rauchen, Hypertonie, Adipositas und Bewegungsmangel weitestgehend reduziert werden. Es gilt jedoch auch hier, auf Zielwerte zu achten. "Ebenso wichtig ist es, bei noch nicht Erkrankten, also bei noch Gesunden mit erhöhtem Cholesterinspiegel, die LDL-Cholesterinwerte (Zielwert 130 bis 160 mg/dl, je nach begleitenden Risikofaktoren) zu erreichen", so Prim. Univ. Prof. Dr. Friedrich Hoppichler, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Salzburg.

Bei Patienten mit einem hohen bis sehr hohen kardiovaskulären Risiko (diese Gruppe umfasst Patienten mit manifester Herz-Kreislauferkrankung sowie Patienten mit bekanntem Risiko wie Diabetiker und Patienten mit Fettwechselstörung) reicht eine Lebensstiländerung allerdings nicht mehr aus. Neben der Änderung der Lebensgewohnheiten muss auch eine Behandlung mit Statinen erfolgen, um die LDL-Werte der Patienten in einen gesünderen Bereich zu bringen. "Lebensstiländerungen oder Ernährungsumstellungen können den LDL-Cholesterinspiegel nur um durchschnittlich 15 Prozent senken, sodass bei diesen bereits erkrankten Personen oder Diabetikern die Zielwerte nur durch zusätzliche medikamentöse Therapie erreicht werden", zeigt Hoppichler auf.

Zielwerte in der Praxis

Aufbauend auf internationale Studien wurde eine gemeinsame Leitlinie von ESC (European Society for Cardiology) und EASD (European Association for the Study of Diabetes) entwickelt, die für Patienten mit hohem Risiko einen LDL-Zielwert von <100mg/dl, für Patienten mit sehr hohem Risiko einen Zielwert von <80md/dl empfiehlt. Österreich geht hier sogar noch einen Schritt weiter und empfiehlt für Patienten mit sehr hohem Risiko einen Zielwert von <70mg/dl. Diese Zielvorgaben werden jedoch nicht in dem Ausmaß erreicht, wie es möglich wäre. Zwei österreichische Studien weisen auf das Verbesserungspotential bei der Behandlung mit Statinen hin.

Für das Hospital-Screening-Project (HSP) wurden in zwanzig Abteilungen für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Kardiologie und Diabetes/Stoffwechselerkrankungen insgesamt 9.252 Patienten mit hohem und sehr hohem kardiovaskulärem Risiko beobachtet und die Zielerreichung gemessen. Lipidsenkung gilt gerade bei diesen Patientengruppen als wesentliche Maßnahme, um die Entwicklung und das Fortschreiten der Arteriosklerose zu verhindern. Trotz lipidsenkender Therapie verfehlte der Großteil der Patienten die vorgegebenen LDL-C-Zielwerte von <100mg/dl bzw. <70mg/dl. "Nur ein wirksames Lipidmanagement (durch cholesterinbewusste Ernährung, regelmäßige körperliche Bewegung und adäquat eingesetzte medikamentöse Lipidsenkung mit wirksamen Statinen) ist geeignet, das gesamtgesellschaftliche Risiko auf Herz-Kreislauferkrankungen zu senken", erklärt Prim. Univ. Prof. Dr. Kurt Huber, Vorstand der 3. Med. Abt. mit Kardiologie des Wilhelminenspitals. "Die Ergebnisse des HSP-Projektes belegen weiter", so Huber, "dass die medikamentöse Praxis zur Senkung der LDL-C-Werte in der Sekundärprävention bei Risikopatienten auch in speziellen Abteilungen nicht in ausreichender Dosierung mit geeigneten wirksamen Statinen und unter regelmäßiger Kontrolle durchgeführt wird. Eine Verbesserung der Situation kann nur durch eine umfassende Zusammenarbeit zwischen Spitälern, Spezialisten (Fachärzten) und Allgemeinmedizinern unter Einbindung und Aufklärung der betroffenen Patienten erreicht werden."

Beim Ordinations-Screening-Projekt (OSP) wurden 1.905 Patienten über einen Zeitraum von sieben Monaten durch 60 niedergelassene Ärzte betreut und beobachtet. 89,7 Prozent der Patienten erhielten bereits beim Screening eine lipidsenkende Therapie mit Statinen. Die Folgetherapie wurde den Ärzten freigestellt. Bei 55,6 Prozent blieb die Behandlung unverändert und bei rund 18 Prozent wurde die Dosis erhöht. Am Ende des Beobachtungszeitraums erreichte nur rund ein Drittel der Patienten mit hohem Risiko den LDL-C-Zielwert von <100mg/dl. Rund 93 Prozent der Patienten mit sehr hohem Risiko erreichten den Zielwert <70mg/dl nicht. "Die Zahl der verschriebenen Statine nimmt zu. Daher sollte es das Ziel sein, möglichst viele Patienten in den Zielbereich zu bringen. Besonderes Augenmerk müssen wir dabei auf jene Patienten legen, die schon Statine nehmen, bei denen die Werte aber dennoch nicht stimmen. Hier muss entweder die Dosis gesteigert bzw. auf ein anderes Medikament umgestellt werden. Denn es ist für fast alle Patienten möglich, den Zielwert zu erreichen", so Traindl.

Verbesserungspotentiale ausschöpfen

In Österreich wurde in der Vergangenheit bereits viel zur Bewusstseinssteigerung und Verbesserung der Versorgungsqualität getan, Entwarnung geben die Experten aber dennoch nicht. An den verantwortungsvollen Umgang mit Cholesterin appelliert auch Hon. Prof. Dr. Robert Schlögel vom Bundesministerium für Gesundheit, Familie und Jugend: "Entscheidend ist auch, dass die Primärprävention gegen die Entwicklung einer Arteriosklerose von Kindesalter an gelebt wird. Letztlich liegt aber die Verantwortung bei jedem Einzelnen für sich selbst, ob er durch gesunde Lebensweise und durch Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchung möglichst lange gesund und arteriosklerosefrei leben will und wird oder nicht." Da erhöhte Cholesterinwerte auch immer mehr junge Menschen betreffen, ist auch diesem Umstand Rechnung zu tragen. "Eine Analyse von Stellungsuntersuchungen beim Bundesheer zeigte bereits bei jungen Männern erhöhte Cholesterinwerte. Darum ist es wichtig, bereits bei Jugendlichen die Cholesterinwerte bestimmen zu lassen, vor allem dann, wenn Familienmitglieder eine Herzerkrankung oder einen Schlaganfall hatten", betont Hoppichler.

Die Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten (Allgemeinmedizinern, Fachärzten und Betroffenen) sollte weiterhin verbessert werden, um eine optimale Betreuung zu erreichen. Darauf weist auch MR Dr. Gustav Kamenski, Präsident der Niederösterreichischen Gesellschaft für Allgemein- und Familienmedizin, hin: "Es sollte auf eine ausreichende interkollegiale Kommunikation (Befundübermittlung!) geachtet werden, vor allem, wenn es um Fragen der Compliance, von Nebenwirkungen und Interaktionen, um eine Therapieumstellung oder um Kontrolluntersuchungen geht."

Hinweis für Redaktionen:

Auf www.welldone.at finden Sie die Inhalte der Pressemappe zum kostenfreien Download.

Weitere Bilder unter:
http://pressefotos.at/m.php?g=1&u=43&dir=200901&e=20090127_c&a=event

Rückfragen & Kontakt:

Welldone Werbeagentur GmbH
Mag. Elisabeth Kranawetvogel | Mag. (FH) Petra Plavec | Public Relations
Lazarettgasse 19/4. OG, 1090 Wien
Tel.: 01/402 13 41-40 bzw. 20 | E-Mail: pr@welldone.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | WDM0001