Schlechte Aussichten für China und Russland - BILD/-ANHANG

Paris/Wien (OTS) - Gegen die Auswirkungen der derzeitigen Kreditkrise ist keine Region mehr gefeit - auch nicht die BRIC-Länder (Brasilien, Russland, Indien und China). Bei der 13. Länderrisikokonferenz hat Coface negative Veränderungen in den Ratings von 22 Staaten bekanntgegeben. Zum ersten Mal wurden zwei der größten Schwellenländer - China und Russland - gleichzeitig auf die negative Watchlist gesetzt.

Auf globaler Basis wird von 2007 bis 2009 ein Wachstumsrückgang des BIP von 3,1% erwartet. Zum Vergleich: Der Rückgang während der letzten Kreditkrise nach dem Zusammenbruch der Internetblase 2000/2001 betrug lediglich 2,5% BIP. Dieser Wachstumsrückgang führte zwischen 2007 und 2008 zu einer über 50%igen Steigerung der von Coface veröffentlichten Zahlungsausfallsquote. Ein Abklingen der Kreditkrise erwartet Coface erst gegen Ende 2009. Das Ausmaß der gegenwärtigen Kreditkrise entspricht jenem in den 1980er und 1990er Jahren.

Im vierten Quartal gewann die Anfang 2008 beginnende Kreditkrise, durch ihre negative Auswirkung auf Unternehmen in Ländern, die bis jetzt eher verschont waren (z.B. Deutschland), eine neue Dimension. Die jüngsten Prognosen für das globale Wachstum 2009 von 0,9 % rufen Erinnerungen an die Krisen der 1980er und 1990er Jahre hervor. Der von 2007 bis 2009 erwartete Wachstumsrückgang von 3,1 Punkten spiegelt die Periode von 1979 bis 1982 sowie 1989 bis 1991 wider. Dennoch sollte der derzeitige Rückgang den während des ersten Ölschocks verzeichneten Wachstumsstillstand nicht erreichen. Nach einer deutlichen Beschleunigung im vierten Quartal ist die Coface Zahlungsausfallsquote 2008 um 47 % gestiegen.

Der während der Konferenz veröffentlichte globale Risikoüberblick illustriert die Verbreitung der Kreditkrise seit Anfang Jänner 2008 in den USA und ihre spätere Ausdehnung auf Länder wie Großbritannien, Spanien, Irland usw. Aus derzeitiger Sicht scheint keine Region von dieser Krise verschont zu werden. Zusätzlich zu den gefährdeten Schwellenländern wie Südafrika, Vietnam usw. wurden zuerst die Industrieländer nahe dem Epizentrum der Krise und danach die Länder ohne spekulative Blasen aber mit flachem Wachstum wie zum Beispiel Italien, Frankreich, Deutschland und Japan sukzessive betroffen.

China und Russland: Wachstumsrückgang bei exponierten Unternehmen

Da die Ratings aller Industrieländer im Jahre 2008 herabgesetzt wurden, hat Coface auch zwei bisher resistente "BRIC"-Wirtschaften auf die negative Watchlist gesetzt. "Trotz der bisher soliden wirtschaftlichen und finanziellen Performance Russlands und Chinas dehnt sich die Kreditkrise jetzt auf diese beiden wichtigen Schwellenländer aus," erklärt Martina Dobringer, Vorstandsvorsitzende der Coface Austria & Coface Central Europe. "Bereits zu einem früheren Zeitpunkt war eine wachsende Schwäche im privaten Sektor dieser Länder ersichtlich - wie bereits von Coface berichtet - die durch die gegenwärtige Wirtschaftslage weiter verstärkt wurde."

Für China erwartet Coface 2009 ein Wachstum von 7%. Eine sechsjährige Coface Studie über das Zahlungsverhalten chinesischer Unternehmen bildet die Basis, um die Auswirkungen starker Konkurrenz auf die Gewinnmargen des Privatsektors zu erkennen. In Zusammenhang mit der allgemeinen Schwäche vieler Unternehmen bedeutet die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums gleichzeitig einen Anstieg an Zahlungsausfällen. Daher wurde das A3-Rating Chinas auf die negative Watchlist gesetzt. Weiters wurden Hongkong und Taiwan auf A2 herabgestuft.

Coface prognostiziert 2009 für Russland ein Wirtschaftswachstum von 2,5%. Im vergangenen Jahr haben sich die von Coface verzeichneten B2B-Kennzahlen verschlechtert, vor allem aufgrund anhaltender Schwierigkeiten im Bereich der Corporate Governance. Diese Probleme wurden bereits in der derzeitigen B-Bewertung Russlands berücksichtigt. Von der Finanzkrise wird das Land nun schwer getroffen (sinkendes Kreditvolumen, fallende Ölpreise, etc.). Da die Auslandsverschuldung russischer Unternehmen seit 2005 um 140 % gestiegen ist, wird ein weiterer Anstieg der Zahlungsausfälle erwartet. Aus diesen Gründen wurde das Rating Russlands auf die negative Watchlist gesetzt.

Coface Austria & Coface Central Europe

Coface Austria, mit Zentrale in Wien und Niederlassungen in Polen, Ungarn, Litauen, Lettland, Slowakei, Tschechien, Rumänien und Bulgarien ist seit Gründung 1954 heimischer Marktführer bei Kreditversicherungen. Seit 1997 ist Coface Austria Tochter der französischen Coface und damit Teil eines der drei Global Player am Kreditversicherungsmarkt. Die Schwestergesellschaft Coface Central Europe ist seit fast 20 Jahren Marktführer für Wirtschaftsinformationen in 14 zentraleuropäischen Ländern. Ergänzend bietet man in der gesamten Region Inkassoservices an. Coface Central Europe ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Coface (75 Prozent) und des KSV1870 (25 Prozent). Seit 2002 ist Wien innerhalb des Coface Konzerns Headquarter für Zentral- und Osteuropa, die gesamte Region zählt bereits über 700 MitarbeiterInnen.

Coface

Ziel von Coface ist die Vereinfachung des globalen B2B-Geschäfts mittels der 4 Geschäftssparten Kreditversicherung, Wirtschaftsinformation und -bewertung, Inkasso und Factoring. Diese ermöglichen die teilweise oder komplette Auslagerung des Forderungsmanagements sowie die Finanzierung und Versicherung der Forderungen. 7.000 Mitarbeiter/innen in 65 Ländern bieten 130.000 Kund/innen, darunter 45% der 500 größten Unternehmen, weltweit lokales Service an. Coface ist die Tochter der französischen Bank Natixis (Stammkapital 12,9 Mrd. Euro, Ende Juni 2008).

Anhänge zu dieser Aussendung finden Sie als Verknüpfung im AOM/Original Text Service sowie im Volltext der Aussendung auf http://www.ots.at .

Rückfragen & Kontakt:

und weitere Infos
Coface Austria Holding AG
Susanne Krönes
Head of Marketing and Communications
Tel.: 01/515 54 - 512
susanne.kroenes@coface.at
com_unit Kommunikation mit Anspruch
Mag. Susanne Wegscheider
Mobil 0664 280 16 18
Tel.: 01/407 23 470
susanne.wegscheider@comunit.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | COF0002