Musiol zu Sozialbericht: Armutsrisiko von AlleinerzieherInnen wächst

Grüne fordern raschen Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen

Wien (OTS) - Die Familiensprecherin der Grünen, Daniela Musiol, übt angesichts des heute präsentierten Sozialberichts erneut Kritik am Familienentlastungspaket der Regierung. "Es zeigt sich wieder, dass AlleinerzieherInnen zu jener Personengruppe gehören, die am stärksten von Armut bedroht ist", erklärt Musiol angesichts des heute präsentierten Sozialberichts.

Eine alleinverdienende Frau mit 1.100 Euro brutto und einem fünfjährigen Kind bekommt gerade einmal 200 Euro pro Jahr. Eine Familie mit einem Kind, in der die Eltern gemeinsam etwa 10.000 Euro verdienen, kann das Maßnahmenpaket nahezu voll ausschöpfen und erspart sich über 3.500 Euro pro Jahr. "Gerade jene Familien, die dringend Unterstützung benötigen, werden also mit dem geplanten Entlastungspaket der Regierung leer ausgehen. Denn bis zur Erhöhung des Kinderabsetzbetrags, der allen Familien zusteht, sind Maßnahmen geplant, die vor allem höhere Einkommensbezieher entlastet", erklärt Musiol.

Die Familiensprecherin der Grünen fordert die Regierung auf, endlich ein umfassendes und durchdachtes Familienentlastungspaket zu schnüren. Derzeit werden jene Eltern bei der Vergabe von Kinderbetreuungsplätzen bevorzugt, die berufstätig sind. Dies fördert einen Teufelskreislauf, denn wer arbeitslos ist hat weniger Chancen auf einen Kinderbetreuungsplatz und damit wiederum geringere Chancen auf einen Arbeitsplatz, weil es an der Kinderbetreuung fehlt. "Dies ist vor allem vor dem Hintergrund alarmierend, dass Familien, in denen die Frauen nicht erwerbstätig sind ein doppelt so hohes Armutsrisiko aufweisen wie jene, in denen die Frauen erwerbstätig sind. Die Regierung darf den Ausbau der Kinderbetreuungsplätze nicht weiter auf die lange Bank schieben, die Tatenlosigkeit fällt letztlich den Familien auf den Kopf", so Musiol.

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