Wiedereinführung der 12-Tage-Regelung in Brüssel endlich verabschieden

Molzer und Gordon fordern Umsetzung parlamentarischer EU-Beschlüsse

Wien (PWK055) - Mit Beginn der tschechischen
EU-Ratspräsidentschaft hat der Fachverband der Autobusunternehmungen und der Fachverband der Reisebüros in der Wirtschaftskammer Österreich die Europäische Kommission, den EU-Verkehrsministerrat und die EU-Parlamentarier aufgefordert, endlich die Wiedereinführung der 12-Tage-Regelung für Busfahrer im Rahmen der EG-Sozialvorschriften in Kraft zu setzen. Gemeinsam mit nationalen Busverbänden, die unter dem Dach der International Road Transport Union (IRU) zusammengeschlossen sind und den europäischen Reisebüros und Reiseveranstaltern (ETOA, ECTAA), kritisieren beide Verbände das schleppende Verfahren in Brüssel.

"Seit mehr als einem halben Jahr steht nun der Beschluss der Europäischen Kommission und des Verkehrsministerrates zur Wiedereinführung einer modifizierten 12-Tage-Regelung aus. Das ist nicht mehr tragbar" bringt es der Obmann des Fachverbandes der Autobusunternehmungen in der WKÖ,
Komm.Rat Karl Molzer, auf den Punkt. "Die Unternehmen benötigen eine klare Aussage wie es in der Zukunft weitergeht" schließt sich der Obmann des
Fachverbandes der Reisebüros, Komm.Rat Edward Gordon, den Forderungen der Buswirtschaft an.

Zur Erinnerung:

Mit Inkrafttreten der neuen europaweit einheitlichen EG-Sozialvorschriften zum 11. April 2007 kam es zu gravierenden Änderungen innerhalb der Lenk- und Ruhezeiten. Insbesondere der Wegfall der 12-Tage-Regelung bereitet seitdem vielen Busunternehmen massive Probleme. Neben einem Verlust der Flexibilität gingen touristische Leistungsangebote zurück, die zweistellige Umsatzausfälle für die Unternehmen zur Folge hatten. Die Durchführung längerer Urlaubsreisen ist nun mit erheblichen Kostensteigerungen verbunden, die am Markt kaum umgesetzt werden können. Auch für das Fahrpersonal hat sich die Situation drastisch verschlechtert. Nunmehr sind sie gezwungen, Ruhezeiten unterwegs und nicht wie früher zu Hause bei ihren Familien zu nehmen. Hinzu kommen Einkommensverluste von mehreren Hundert Euro monatlich.

All diese Umstände waren Grund genug, dass sich die Sozialpartner auf europäischer Ebene (IRU und ETF) auf eine modifizierte Wiedereinführung der 12-Tage-Regelung einigten. Dem Text dieses Kompromisses schloss sich das Europäische Parlament Anfang Juni 2008 mit überwältigender Mehrheit an.

"Angesichts der dramatischen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, muss diese Vereinbarung jetzt umgesetzt werden" appellieren Molzer und Gordon abschließend an die Europäischen Parlamentarier und die europäischen Verkehrsminister, die in diesen Tagen die endgültige Lösung aushandeln.

Der Fachverband der Autobusunternehmungen vertritt die Interessen von rund 1.300 Busunternehmungen mit einer Flotte von über 9.000 Bussen. Jährlich werden 50 Millionen Fahrgäste im Reiseverkehr befördert. Im öffentlichen Personennah- und Regionalverkehr wird bei über 600 Millionen Beförderungsfällen der Bus benutzt. Der Pro-Kopf-Dieselverbrauch bei Busfahrten liegt bei 0,6 Liter auf 100 Kilometer. Im Pkw reisen durchschnittlich 1,2 Personen, im Bus sind es 30-mal mehr. Ein Bus ersetzt damit eine Pkw-Kolonne von 30 Fahrzeugen. 225 Millionen Euro werden jährlich in die Modernisierung des Fuhrparks investiert. (hp)

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Fachverband der Autobusunternehmungen
Mag. Paul Blachnik
Tel.: (++43) 0590 900-3170
bus@wko.at
http://www.fachverband-bus.at

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