Karlsböck: Hauptverbandschef setzt ÖVP-Kurs gegen Ärzteschaft fort

Ohne Dialogbereitschaft zwischen gleichberechtigten Partnern wird jede Gesundheitsreform scheitern

Wien (OTS) - "Kaum ins Amt 'hineinproporzt', holt
Hauptverbandschef Hans-Jörg Schelling bereits zum Rundumschlag gegen die Ärzteschaft aus", kritisiert FPÖ-Ärztesprecher NAbg. Dr. Andreas Karlsböck. Es sei skurril, dass der erste Reflex, der Ruf nach mehr Kontrolle der Ärzteschaft sei, so Karlsböck, der betont, dass die Einhaltung von Qualität und Effizienz, Moral und Ethik gerade in dieser Berufsgruppe überdurchnittlich hoch sei, und gerade in Zeiten der Finanzkrise als vorbildlich wirken müsse.

Nach den gescheiterten ÖVP-Gesundheitsministerinnen Rauch-Kallat und Kdolsky, setze Schelling den ÖVP-Kurs gegen die Ärzteschaft konsequent fort, so Karlsböck. Anders könne man die jüngsten Attacken des Hauptverbandschefs nicht verstehen, der offenbar nichts vom SP/VP-Kuschelkurs halte, konstatiert Karlsböck. Während SP-Gesundheitsminister Stöger erfreulicherweise auf Dialog und Konsens setze, versuche sich Schelling als Elefant im Porzellanladen zu profilieren.

Dass Schelling ausgerechnet für den bestkontrollierten Bereich im Gesundheitswesen, die Kassenärzte, mehr Überwachung fordere, könne als Kriegserklärung gegen die Ärzteschaft verstanden werden. Die ärztliche Ethik, die systembedingt einen sehr hohen Stellenwert im Selbstverständnis jedes Mediziners habe, gepaart mit der ebenfalls zum ärztlichen Selbstverständnis gehörenden Plicht zur Fortbildung und der bereits nach strengen Regeln erfolgenden Praxisevaluierung und Kontrolle, könne vorbildwirkend für viele Berufszweige sein, so Karlsböck. Es gehe offenbar nicht darum anstehende Probleme zu lösen, sondern die letzten Reste von Liberalität im Gesundheitswesen zu zerstören und einen neuen Anlauf zu versuchen unser bestfunktionierendes Gesundheitssystem internationalen Kapitalgesellschaften auszuliefern. Durch eine ebenfalls angestrebte zeitliche Befristung der Kassenverträge würden viele Ordinationen nicht mehr die notwendigen Kredite bekommen, und wären so nicht mehr lebensfähig, warnt Karlsböck Eine flächendeckende Versorgung mit Arztpraxen sei dann nicht mehr gegeben. Es sei dem frischgebackenen Hauptverbandschef anzuraten, sich besser im eigenen Bereich umzusehen und sich um die Kassenstrukturen zu kümmern, in denen Millionen an Beitragsgeldern vernichtet würden.

Die von Ex-BM Kdolsky erfundene aut-idem Idee wieder aufzuwärmen, sei ein Armutszeugnis für den Kassenchef, kritisierte Karlsböck, der darauf hinwies, dass diese Idee nicht grundlos gescheitert sei. Es ist schlicht falsch ja sogar gefährlich den behandelnden Medizinern die Therapiehoheit zu nehmen.

Ohne Dialogbereitschaft zwischen gleichberechtigten Partnern werde jede Gesundheitsreform scheitern, erinnerte Karlsböck den Hauptverbandschef, an die unerfreuliche Vergangenheit der Ministerinnen Rauch-Kallat und Kdolsky. Er, Karlsböck, sehe zwar ein, dass Schelling angesichts des Finanzdebakels der Krankenkassen mit Tatendrang beeindrucken möchte, aber im Gesundheitssystem gelten andere Gesetze, andere Parameter, als in der freien Marktwirtschaft, betonte Karlsböck abschließend.

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