Neues Volksblatt: "Siechtum" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 20. Jänner 2009

Linz (OTS) - Oberösterreichs SPÖ-Verkehrsreferent Erich Haider hält die Menschen offenbar für ziemlich dumm. Den von ihm betriebenen Bau des Regio-Liners, also einer Straßenbahn von Linz nach Aigen im Mühlkreis, hält er unter anderem "in der derzeitigen Krise des Arbeitsmarktes" als Beschäftigungsprojekt für notwendig. Wie das gehen soll, ist rätselhaft, hat Haider doch selbst erst am Sonntag kundgetan, bis Ende 2011 könnte die Planung für dieses diffuse Projekt abgeschlossen sein.
Doch mit Erklärungen hält sich Haider ohnehin nicht auf. Warum eine erst zu bauende Straßenbahn ins Mühlviertel besser sein soll als eine bestehende Regionalbahn, die um wesentlich weniger Geld, als der Regio-Liner kosten würde, noch attraktiver gemacht werden könnte -und zwar sofort beschäftigungswirksam -, hat er bisher ja auch nicht erklärt. Oder wo es Referenzprojekte für das gibt, was Haider nur deswegen durchdrücken will, damit seine Parteifreunde in Linz billig zu einer zweiten Straßenbahnachse kommen.
Sicher ist nur eines: Solange der Regio-Liner herumgeistert, investieren die ÖBB keinen Euro mehr in die Qualität der Mühlkreisbahn. Deren langsames Siechtum wird durch die Verkehrspolitik Haiders vorgezeichnet.

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