ÖGB-Csörgits: Frauen dürfen nicht weiter in die Armutsfalle rutschen

Armut durch rasches und abgestimmtes Handeln bekämpfen

Wien (ÖGB) - "Armut ist weiblich. So lautet ein Zitat, das man immer wieder hört. So einfach kann das aber nicht hingenommen werden. Ein wichtiger Punkt zur Bekämpfung der Armut bei Frauen ist die eigenständige Erwerbstätigkeit. Die Regierung muss alles daran setzen, gegen die Arbeitslosigkeit anzukämpfen", so Renate Csörgits, Frauenvorsitzende des ÖGB, zum heute veröffentlichten Armutsbericht.++++

Die ÖGB-Frauen begrüßen in diesem Zusammenhang, dass 50 Prozent der AMS-Gelder für aktive Arbeitsmarktpolitik für Frauen aufgewendet werden. Nur so können Wiedereinsteigerinnen und Berufseinsteigerinnen optimal gefördert werden. Ebenfalls muss auch bei den Weiterbildungsmaßnahmen darauf geachtet werden, dass Frauen auch in technischen Berufen zu Fachkräften ausgebildet werden, um endlich vom 'geteilten Arbeitsmarkt' wegzukommen.

"Ein weiterer wichtiger Schritt um die eigenständige Erwerbstätigkeit von Frauen zu ermöglichen, ist ein ausreichendes Angebot bei der Kinderbetreuung. Die Kinderbetreuung muss in Zukunft bedarfsorientiert sein, damit auch Frauen mit Kleinkindern eine Chance am Arbeitsmarkt bekommen", so Csörgits weiter.

Auch die stärkere Einbeziehung von Vätern in die Kindererziehung durch attraktive Karenzangebote sowie ein einkommensabhängiges Kinderbetreuungsgeld müssen forciert werden, damit Mütter frei wählen können, wann sie wieder in den Beruf einsteigen.

"Im Bereich der Teilzeitjobs wurde in der letzten Legislaturperiode mit dem Mehrarbeitszuschlag ein erster wichtiger Schritt gesetzt. Es muss aber ein weiterer Schritt folgen, in dem die anderen prekären Arbeitsverhältnisse arbeitsrechtlich abgesichert werden. Ebenso muss '1.000 Euro Mindestlohn' in jenen Bereichen, wo das bis heute nicht geschehen ist, rasch umgesetzt werden. Nur so kann working poor wirklich verhindert werden", fordert Csörgits.

Weiters muss die bedarfsorientierte Mindestsicherung so schnell wie möglich umgesetzt werden, um eine soziale Absicherung zu gewährleisten.

"Rasches um abgestimmtes Handeln auf allen Ebenen ist nun besonders entscheidend", so Csörgits abschließend.

ÖGB, 19. Jänner 2009 Nr. 18

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