ÖVP Wien zur Gaskrise: Energiestrategieplan gefordert

VP-Tschirf und Stiftner: Bis 2015 müssen 25 Prozent Energieeinsparungen realisiert werden

Wien (VP-Klub) - "Die Gaskrise führt uns deutlich vor Augen, dass Wiens Energieversorgung beinahe vollständig von Gasimporten abhängig ist", erinnerte heute ÖVP Wien Klubobmann LAbg. Matthias Tschirf in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Wiener VP-Umweltsprecher LAbg. Roman Stiftner. Tschirf wies darauf hin, dass die Energieversorgung von rund zwei Drittel der Wiener Haushalte von Gas abhängig sei. "Bei einem Anhalten und einer Verschärfung des Gasstreits ist aufgrund dieser Tatsache die Versorgung mit Energie für die Beheizung von etwa 830.000 Wiener Haushalten im höchsten Maße gefährdet. Auch die Stromversorgung ist gefährdet, da Wiens größtes Kraftwerk Gas zur Stromerzeugung benötigt. Wenn die Gaslieferungen aus dem Ausland ausfallen, wird es in Wien nicht nur kalt, sondern auch finster. Aber weder Bürgermeister Häupl noch die für Wien Energie letztverantwortliche Stadträtin Brauner haben es bisher der Mühe wert gefunden, sich dazu zu äußern, geschweige denn ein Umdenken in der Energiepolitik einzuläuten. Die Wiener Stadtregierung muss umgehend eine Energiestrategieplan entwickeln", fordert VP-Klubobmann Tschirf.

"Wien wird die Krise zwar nicht lösen können, aber sie führt uns drastisch vor Augen, dass mehr Autarkie in der Energieversorgung unumgänglich ist", ergänzt VP-Umweltsprecher Stiftner. Die Wiener ÖVP fordert eine Ökologisierung der Wiener Energieversorgung durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energieträger, um somit Schritt für Schritt zu einer von ausländischen Energielieferanten unabhängigen Energieversorgung zu kommen. Bis zum Jahr 2015 müssten 25 Prozent Energieeinsparungen realisiert werden. "Die Einsparungen können durch einen verstärkten Einsatz von Erneuerbaren Energien (10 Prozent), der Effizienzsteigerung der Energieversorgung (10 Prozent) und einer Änderung des Lebensstils (5 Prozent) realisiert werden", so Stiftner. Auch sei unter anderem eine wesentlich stärkere Förderung der Solarenergie notwendig. So fordert der Wiener VP-Umweltsprecher, dass mindestens 25 Prozent der Wiener Gemeindebauten mit Solaranlagen ausgestattet werden müssten sowie die Wiedereinführung der Förderung beim Kauf von Elektrofahrzeugen.

200 Millionen Energiefond zur Förderung energiesparender Maßnahmen

Gefördert werden sollen solche Maßnahmen durch die Einrichtung eines mit 200 Millionen Euro dotierten Energiefonds, aus dem Fördergelder fließen sollen. Weitere Forderungen der ÖVP Wien für mehr energietechnische Unabhängigkeit von Importen sind die Errichtung einer zweiten Biogasanlage und die verstärkte Nutzung der Erdwärme durch Wärmepumpen. Auch müssten die Strom- und Gasrechnungen für den Endkunden verständlicher gestaltet werden, sodass sie Rückkoppelungen auf das Verbrauchsverhalten ermöglichen. "Wenn der Kunde klar erkennt, in welchem Bereich Einsparungen möglich sind, wird er auch danach trachten, die Einsparungsmöglichkeiten auszunutzen", meint Stiftner.

Die SP-Stadtregierung habe Jahre Zeit gehabt, die Energieversorgung Wiens in dem von der ÖVP aufgezeigten ökologischen Sinn neu zu definieren. Umso bedauerlicher sei es, dass Wien nicht verstärkt auf erneuerbare Energieträger setze, sondern voll und ganz auf Erdgas. "Die nunmehrige europaweite Gasversorgungskrise muss endgültiges Startsignal für die Umsetzung der immer wieder aufgeschobenen Maßnahmen zur Ökologisierung der Wiener Energieversorgung sein. 'Nicht reden, sondern handeln' muss jetzt die Devise lauten", appellieren Tschirf und Stiftner abschließend in Richtung Wiener SP-Stadtregierung.

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