Dauerhafte Armut bei steigendem Reichtum ist kein Naturgesetz

Wir können einiges tun, um Armut zu reduzieren und zu vermeiden

Wien (OTS) - " Dauerhafte Armut bei steigendem Reichtum ist kein Naturgesetz", weist die Armutskonferenz auf die zahlreichen Möglichkeiten Armut zu verhindern hin: "Wir können einiges gegen Armut und soziale Ausgrenzung".

Für die angepeilte Sozialhilfereform müssen die Verbesserungsvorschläge aus der Begutachtung eingearbeitet werden, besonders was das Wohnen, die Hilfe in besonderen Lebenslagen und den Vollzug der Länder betrifft" fordert die Armutskonferenz anlässlich permanenter Armut und steigenden Reichtums.

Es kann keine Mindestsicherung geben, die diesen Namen verdient, ohne dass die tatsächlichen Wohnkosten für die Betroffenen abgedeckt werden, ohne die Sicherung österreichweiter Standards bei existentiellen Nöten in besonderen Lebenslagen, ohne eine
Reform des Vollzug der Sozialhilfe in den Ländern und ohne Reform der aktiven Arbeitsmarktpolitik".

- Existenzsicherung und aktive Arbeitsmarktpolitik gehören zusammen. Die Armutskonferenz spricht sich für eine massive Investition in aktive Arbeitsmarktpolitik bei gleichzeitiger Existenzsicherung Erwerbsloser aus. Die Notstandshilfe ist um 8% seit 2000 gesunken. Armutsbekämpfend wirkt Arbeitsmarktpolitik aber nur, wenn es am AMS passende Angebote gibt. Wenn auch Menschen mit Teilerwerbsfähigkeiten Chancen bekommen. Wenn "workless poor" nicht in "working poor" verwandelt werden mit prekären, nachhaltig dequalifizierenden Jobs. Wenn die vielfältigen Problemlagen wie Wohnen, Kinderbetreuung, gesundheitliche Beeinträchtigungen,Schuldenregulierung bearbeitet werden.

- Eine rasche Akuthilfe wären Steuergutschriften im Rahmen der Steuerreform für NiedrigeinkommensbezieherInnen

- Grundsätzlich helfen Einkommensarmen Investitionen in Dienstleistungen, die sie im Alltag unterstützen: von der Kinderbetreuung über aktive Arbeitsmarktpolitik bis hin zu Pflegehilfen. Hier entstehen Win-win-Situationen zwischen Fraueneinkommen, Arbeitsplätzen, Frühförderung von Kindern und Pflegeentlastung Angehöriger. Auch ein Bildungssystem, das den sozialen Aufstieg fördert und nicht sozial selektiert, wirkt. Existenzsichernd wären auch Sozialtransfers, sofern sie - wie in dreizehn EU-Ländern üblich - valorisiert werden. Und nicht zuletzt Jobs, von denen man leben kann, so die Armutskonferenz abschließend.

Konkret fordert die Armutskonferenz, ein umfassendes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung und Vermeidung von Armut zu erarbeiten. Als Vorbild verweist das Netzwerk auf den eigenen Aktionsplan gegen Armut.

Aktionsplan der Armutskonferenz (pdf)
http://www.armut.at/AktionsplanArmutskonferenz2008_02.pdf

Rückfragen & Kontakt:

DIE ARMUTSKONFERENZ.
Österreichisches Netzwerk gegen Armut und soziale Ausgrenzung.
Die Mitgliedsorganisationen der Armutskonferenz betreuen und
unterstützen 500 000 Hilfesuchende im Jahr
www.armutskonferenz.at
Martin Schenk
Tel.: 0664/ 544 55 54 oder 01/ 409 80 01
Koordinationsbüro Armutskonferenz:
Tel.: 01/ 402 69 44

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