ÖGB-Achitz: Armut wirksam bekämpfen

Bedarfsorientierte Mindestsicherung umsetzen, Arbeitslose besser absichern

Wien (ÖGB) - "Armut nicht einfach zur Kenntnis nehmen, sondern aktiv und rasch bekämpfen", fordert Bernhard Achitz, Leitender Sekretär im ÖGB. Laut heute veröffentlichtem Armutsbericht lebten in Österreich zuletzt etwa eine Million Menschen in armutsgefährdeten Haushalten. Von Armutsgefährdung sind vor allem Arbeitslose, Menschen mit prekären Arbeitsverhältnissen oder geringer Bildung, AlleinerzieherInnen, kinderreiche Familien und MigrantInnen betroffen. "Die besten Mittel gegen Armut sind Arbeit und Bildung. Die Regierung muss daher alles tun, um Arbeitsplätze zu erhalten. Auch die Ausbildungsgarantie für Jugendliche, das Sozialpartner-Paket für ältere ArbeitnehmerInnen und die bedarfsorientierte Mindestsicherung müssen raschest umgesetzt werden", fordert Achitz.++++

Wegen der Wirtschaftskrise wird es trotz größter Anstrengungen nicht gelingen, alle Arbeitsplätze zu erhalten. "Deshalb muss eine solidarische Gesellschaft dafür sorgen, dass Arbeitslosigkeit nicht zur Armutsfalle wird. Arbeitslose Menschen müssen besser abgesichert werden", betont Achitz. Die bedarfsorientierte Mindestsicherung müsse daher rasch umgesetzt werden - und zwar österreichweit. "Das Projekt Mindestsicherung ist durch die aktuelle Wirtschafts- und Finanzkrise noch wichtiger", so Achitz.

Teilzeit Arbeitende überdurchschnittlich von Armut betroffen

Besonders große Sorgen macht, dass mittlerweile auch erwerbstätige Menschen arm sind. Achitz: "Die so genannten ‚working poor’ sind ein Phänomen, das leider auch in Österreich vorhanden ist. Als wirksame und wichtige Maßnahme dagegen haben die Soziapartner eine Grundsatzvereinbarung über einen Mindestlohn von 1.000 Euro brutto getroffen, die mittlerweile weitgehend umgesetzt ist." Auch im Bereich der Teilzeitjobs gebe es noch Probleme. Achitz:
"Überproportional von Armut trotz Erwerbstätigkeit sind Personen mit einer Arbeitszeit von unter 20 Stunden pro Woche betroffen - in den meisten Fällen sind das Frauen. Für Teilzeitbeschäftigte gibt es auf Basis einer Sozialpartnereinigung seit Anfang 2008 eine maßgebliche Verbesserung, den Mehrarbeitszuschlag. Die Umsetzung muss deutlich verbessert werden, wie überhaupt die Krise kein Anlass sein darf, Maßnahmen zur Armutsbekämpfung nun zurückzustellen."(fk)

ÖGB, 19. Jänner 2009 Nr. 17

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