Karlsböck/ Belakowitsch-Jenewein: Gesundheitswesen muss transparenter werden

Reibungsverluste in der Verwaltung vermeiden

Wien (OTS) - "So lange die Finanzierungsströme im österreichischen Gesundheitswesen einem gordischen Knoten gleichen, sind seriöse Aussagen über Kostenstrukturen nicht möglich", sagten heute der Ärztesprecher der FPÖ, NAbg. Dr. Andreas Karlsböck und FPÖ-Gesundheitssprecherin NAbg. Dr. Dagmar Belakowitsch-Jenewein, in einer ersten Reaktion auf das Kurierinterview von BM Stöger. Ein erster Schritt sollte die "Befreiung" der Sozialversicherung von artfremden Leistungen sein. Dazu zähle etwa, dass eine GKK selbst Spitalsbetreiber sei, so die beiden.

Auch der reflexartige Biss auf die Pharmaindustrie - zu dem jeder Gesundheitsminister neige - sei zu hinterfragen, so Karlsböck. Tatsächlich seien die Kosten für Medikamente, mit rund 13 Prozent an den Gesamtausgaben, vergleichsweise gering. "Damit kann man das Gesundheitssystem sicher nicht sanieren." Es bestünde vielmehr die Gefahr, dass die Industrie innovative Medikamente in Österreich nicht mehr anbieten würde. Dies müssten dann die beitragszahlenden Patienten ausbaden, warnten die freiheitlichen Abgeordneten.

Äußerst positiv hingegen bewertete der freiheitliche Ärztesprecher die Aussagen Stögers, das Arzt-Patientengespräch aufwerten zu wollen. Hier liege der Ball bei den Kassen, vernünftige Vorschläge zu bringen. Uneinsichtig sei jedoch, wieso sich Stöger gegen eine Reduzierung der Kassenanzahl sträube. Bayern habe elf Millionen Einwohner und eine Gebietskrankenkasse, Österreich hingegen, habe rund acht Millionen Einwohner und neun Gebietskrankenkassen. "So unterschiedlich, um dieses Ungleichgewicht zu rechtfertigen, sind die Bayern und Österreicher auch wieder nicht", so Karlsböck und Belakowitsch-Jenewein.

"Der Gesundheitssektor ist einer der wichtigsten Wachstumsmärkte der Zukunft", so die beiden Freiheitlichen abschließend. Es sei daher nicht sinnvoll über Sparprogramme nachzudenken. Besser sei es, Umstrukturierungsmaßnahmen zu setzen, um die Finanzierungsströme zu vereinfachen und Reibungsverluste zu vermeiden.

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