AMS: Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit im Jahr 2009

Wien (OTS) - Die internationale Konjunkturkrise als Folge der Finanzmarktturbulenzen hat in Österreich zu einem Anstieg der Arbeitslosigkeit geführt, der sich in den kommenden Monaten fortsetzen wird. Nach den letzten Prognosen wird die Arbeitslosigkeit in Österreich im Jahr 2009 zwischen 20.000 und 25.000 Personen über dem Vorjahreswert liegen, für das Jahr 2010 wird ein weiterer Anstieg zwischen 15.000 und 18.000 arbeitslosen Personen im Jahresdurchschnitt erwartet. Damit steigt die Arbeitslosenquote nach EU-Kriterien heuer auf rund 4,3 Prozent (2010: 4,5 Prozent).

Rund 964 Millionen Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik

Um dem Ansteigen der Arbeitslosigkeit entgegenzuwirken, verfolgt das AMS im Jahr 2009 vor allem zwei strategische Ziele: Das Entstehen von Arbeitslosigkeit zu verhindern und Jobsuchende bei der raschen Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu unterstützen. Zur Erreichung der Ziele steht dem AMS im Jahr 2009 zumindest ein Budget von rund 964 Millionen Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik zur Verfügung. Über weitere Mittel werden zwischen Sozialpartnern und Regierung Gespräche geführt.

Ausbau von Kurzarbeit und Bildungskarenz plus

Kurzarbeit ist eines der zentralen Instrumente, um den weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verhindern. Derzeit sind österreichweit bereits 14.866 Beschäftigte (Stand 15.01.09) in 86 Betrieben in Kurzarbeit. In der zweiten Jännerhälfte kommen weitere 20 Betriebe mit 3.977 Mitarbeiter/innen in dazu. Dabei kann die Arbeitszeit für die Beschäftigten in einem Durchrechnungszeitraum von vier Wochen um bis zu 80 Prozent reduziert werden. Das AMS zahlt Betrieben Kurzarbeitsbeihilfe, die Höhe der Kurzarbeitsbeihilfe entspricht dem (fiktiven) Anteil an Arbeitslosengeld für die reduzierte Arbeitszeit. Derzeit laufen Diskussionen für eine weitere Flexibilisierung der Kurzarbeit, eine Kombination mit Weiterbildung und eine Ausdehnung bis zu 18 Monaten.

Auch die "Bildungskarenz plus" hat das Ziel Arbeitslosigkeit zu verhindern. Sie basiert auf dem Modell der Bildungskarenz, bei dem Arbeitnehmer/innen eine 3 bis 12 Monate dauernde berufliche Auszeit zur Weiterbildung nehmen können. Dabei finanziert das AMS über das Weiterbildungsgeld die Lebenshaltung der karenzierten Person in Höhe des fiktiven Arbeitslosengeldes.

Im Modell der "Bildungskarenz plus" wird die Finanzierung der Schulung vom Betrieb übernommen, dieser erhält 50 Prozent der Schulungskosten vom Land ersetzt. Das Modell der "Bildungskarenz plus" wird bereits, von AMS und Land gemeinsam, in Oberösterreich, Steiermark, Kärnten und Vorarlberg (bald auch in Tirol) umgesetzt.

"Ausbildungsgarantie" gegen die Jugendarbeitslosigkeit

Der Anstieg der Arbeitslosigkeit trifft vor allem Jugendliche. Daher hat das AMS im Auftrag und in Zusammenarbeit mit der Regierung und den Sozialpartnern die "Ausbildungsgarantie" für Jugendliche entwickelt. Das heißt: Jede/r Jugendliche, die/der keine Lehrstelle findet, hat die Möglichkeit, eine Lehrausbildung in einer überbetrieblichen Einrichtung zu absolvieren. Speziell dafür hat das AMS das Kontingent an Lehrausbildungsplätzen massiv aufgestockt. Derzeit stehen insgesamt 10.256 Lehrplätze in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen zur Verfügung. Jugendliche haben die Möglichkeit, dort ihre gesamte Lehrausbildung zu absolvieren. Darüber hinaus bietet das AMS Jugendlichen auch die Möglichkeit zu externen Lehrabschlussprüfungen. Alle Jugendlichen, die noch keine konkrete Berufsperspektive haben, unterstützt das AMS in Berufsorientierungskursen dabei, die richtige Berufswahl zu treffen.

Arbeitslosigkeit kurz halten, Benachteiligte fördern Ein weiterer zentraler Arbeitsschwerpunkt des AMS im Jahr 2009 ist es, das Entstehen von Langzeitarbeitslosigkeit - insbesondere bei den am Arbeitsmarkt benachteiligten Zielgruppen der Jugendlichen und Älteren - zu verhindern. Durch "early intervention"-Maßnahmen, wie gezielte Vermittlungs- und Förderangebote unterstützt das AMS Jugendliche und Ältere beim raschen Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt. Mindestens 69.000 Ältere und 45.000 Langzeitbeschäftigungslose wird das AMS heuer beim Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt unterstützen.

Qualifizierungsprogramme gegen den Fachkräftemangel

Parallel zum Anstieg der Arbeitslosigkeit gibt es nach wie vor Fachkräftemangel. Daher setzt das AMS auch 2009 die Qualifizierungsprogramme gegen den Fachkräftemangel fort. Im Herbst 2008 wurden regionale Programme zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in den Mangelberufen der Bundesländer gestartet. So wurden z. B. in Oberösterreich Schulungen für Fachkräfte im Bereich Finanzen/Buchhaltung oder in der Steiermark Schulungen für Mitarbeiter/innen im Tourismus oder Gesundheitsbereich ermöglicht. Im Vorjahr wurden bereits rund 5.000 Personen zu Fachkräften geschult, im Jahr 2009 sollen weitere 5.400 Personen davon profitieren.

Auch das Programm zur Bekämpfung des Fachkräftemangels in den Metallberufen wird fortgesetzt. Jobsuchenden werden dabei Schulungen mit Lehrabschlüssen, wie Facharbeiterintensivausbildungen für Erwachsene, aber auch Ergänzungskurse in einzelnen Fachbereichen angeboten, die das berufliche Einsatzspektrum erweitern. In der ersten Jahreshälfte werden rund 5.000 Personen an solchen Ausbildungen teilnehmen.

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