E-Wirtschaft warnt vor scheinheiliger Kritik an Kraftwerksplänen

Schmidt: Sicherung der Energiezukunft nicht für billige Polemik aufs Spiel setzen

Wien (OTS) - Österreichs E-Wirtschaft warnt vor scheinheiliger Kritik an aktuellen Plänen zum Ausbau der heimischen Stromversorgung. "Österreich ist seit 2001 ein Strom-Importland, weil der Bau von Kraftwerken jahrelang praktisch nicht mehr möglich war. Gab es Projekte, so wurden diese vielfach verhindert. Jetzt stehen wir vor der Tatsache, dass bereits zehn Prozent unseres Strombedarfs importiert werden müssen. Und die Importe werden noch wachsen, wenn keine Gegenmaßnahmen ergriffen werden," erklärte die Generalsekretärin des Verbands der Elektrizitätsunternehmen Österreichs (VEÖ), Barbara Schmidt. Die Sicherung der Energiezukunft sei zu wichtig für billige Polemik gegen die E-Wirtschaft.

Schmidt: "Die E-Wirtschaft bekennt sich vollinhaltlich zur Verbesserung der Energieeffizienz und zum sparsamen Umgang mit Energie." Bisher haben sich jedoch die Prognosen des Wirtschaftsforschungsinstituts, die Wachstumsraten von rund 2,5 Prozent jährlich für über den kommenden Strombedarf erwarten, als sehr zutreffend erwiesen. Österreich braucht eine sichere und vom Ausland nach Möglichkeit unabhängige Stromversorgung. Dafür sollten daher vorrangig die inländischen Potenziale genützt werden. Schmidt:
"Die E-Wirtschaft hat stets betont, dass es in keinem Fall darum geht, Umwelt, Naturschutz und Anrainerrechte anzugreifen. Die Vereinbarkeit von Ökologie und einem Ausbau der Wasserkraft sind zentrale Punkte bei sämtlichen Vorhaben, die unter anderem im Rahmen des Masterplans Wasserkraft präsentiert wurden." Die Umweltstandards der österreichischen E-Wirtschaft bewegten sich bei allen Projekten im europäischen Spitzenfeld, so Schmidt. Zu hinterfragen sei dagegen, warum die Genehmigung von Müllverbrennungsanlagen in Österreich inzwischen schneller von statten gehe, als die Genehmigung von zwei Wasserkraftwerken südlich von Graz, die auf höchstem ökologischen Niveau CO2-freien Strom produzieren werden.

Wasserkraftausbau verringert Importbedarf bei Strom

Schmidt: "Aus umfangreichen Untersuchungen wissen wir, dass Windkraft, Geothermie, Bio-Energie und Solarenergie nicht ausreichen werden, um den Strombedarf der Zukunft zu decken." Auch die vielfach genannte "Ertüchtigung" aller bestehenden Wasserkraftwerke wird nur sehr beschränkt Beiträge liefern können. Zudem müssen thermische Kraftwerke, die bereits mehrere Jahrzehnte alt sind, ersetzt werden. Schmidt: "Wenn man den Neubau von thermischen Kraftwerken kritisiert, muss man wissen, wofür diese benötigt werden. Sie müssen vor allem dann Strom liefern, wenn der Strom aus Wasserkraft und anderen Quellen nicht ausreicht." Importstrom aus Atomkraftwerken oder Auslandsanlagen mit schlechteren Umweltstandards sei sicher keine bessere Alternative, so Schmidt. Österreich erzeugt 15 Prozent seines Stroms auf Gasbasis. Eine Erhöhung der Stromproduktion aus umweltfreundlicher Wasserkraft um zehn Prozent wäre ein enorm wichtiger Stützpfeiler der Versorgung, wenn wieder einmal der Gashahn zu bleibt.

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