Tumpel zum AMS: Jetzt handeln um Arbeitsplätze zu schützen

Alle Instrumente nutzen, um Kündigungen zum vermeiden, Ausbildung für Junge sichern

Wien (OTS) - Die heute veröffentlichten Prognosen des AMS zur Arbeitslosigkeit bestätigen, was die Arbeiterkammer schon lange sagt:
Im ersten Quartal diesen Jahres drohen deutlich höhere Arbeitslosenzahlen, wenn die Regierung jetzt nicht schnell und entschlossen gegensteuert. "Wir müssen alles tun um die Arbeitsplätze zu schützen", fordert der Präsident der Arbeiterkammer (AK), Herbert Tumpel und verlangt, dass Kündigungen so weit und so lange es geht vermieden werden. "Dafür müssen wir alle verfügbaren Instrumente nutzen. Notwendig sind eine finanziell abgesicherte flexiblere Kurzarbeit und der Ausbau von Arbeitsstiftungen - kombiniert mit gezielten Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen." Das AMS muss für seine Aufgaben im neuen Jahr finanziell und personell rechtzeitig und gut ausgestattet werden, sagt Tumpel. Vor allem Jugendliche und ältere ArbeitnehmerInnen sind von hoher Arbeitslosigkeit betroffen. Für die Jungen fordert Tumpel, dass alle Jugendlichen die bestmögliche Berufsausbildung auch in wirtschaftlich schweren Zeiten erhalten müssen. Für ältere ArbeitnehmerInnen muss es eine besondere Leistung des AMS geben, wenn sie innerhalb von sechs bis zwölf Monaten nicht vermittelt werden, so Tumpel weiter. Besonders bedrückend ist auch die Lage der Leiharbeiter, die jetzt die ersten sind, die gehen müssen. "Hier zeigt sich, dass Leiharbeitsplätze keine sichere Option für ArbeitnehmerInnen sind", so Tumpel.

Kündigungen müssen unbedingt vermieden werden: Dazu braucht es eine finanziell abgesicherte Kurzarbeit und den Ausbau von Arbeitsstiftungen. Kurzarbeit muss viel leichter und besser als bisher mit Aus- und Weiterbildung der kurzarbeitenden ArbeitnehmerInnen verbunden werden können. Arbeitsstiftungen müssen ausgebaut werden, um Kündigungen zu vermeiden; dies gilt insbesondere auch für Leihfirmen. Aber auch die Altersteilzeit muss ihren Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen gerade in Klein- und Mittelunternehmen wieder besser leisten können. Es darf nicht so sein, dass die Älteren zuerst gekündigt werden und dann sind sie praktisch unvermittelbar, aber zu jung für die Pension. Für junge Leute, die keine Ausbildungsstelle finden, müssen genug Ausbildungsplätze in überbetrieblichen Ausbildungseinrichtungen zur Verfügung gestellt werden.

Für all das braucht das AMS mehr Geld und mehr Personal. Dem AMS müssen vom Finanzminister die Einnahmenausfälle in der Arbeitslosenversicherung wegen der Absenkung des Beitrages für Niedrigverdiener ersetzt werden. Das ist rechtlich so festgelegt und wurde in den Koalitionsverhandlungen vereinbart - nun muss es vom Finanzminister auch eingehalten werden. Außerdem braucht das AMS weitere Mittel, um sicherstellen zu können, dass so viele Arbeitsplätze wie möglich auch in der Krise gehalten werden können.

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