Leitl zu Verschrottungsprämie: "Österreich muss handeln - mit oder ohne EU"

Prämie für Tausch von Altautos gegen umweltfreundliche Neuwagen hat sich in anderen Ländern bereits bewährt, um Kfz-Handel anzukurbeln

Wien (PWK029) - "Die Krise in der Automotivindustrie ist ein klassischer Fall für europäische Lösungen. Kein Land allein kann hier wirkungsvoll gegensteuern", betont Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ), zum heutigen Autogipfel in Brüssel. Maßnahmen wie die Aufstockung der Mittel für die Entwicklung umweltfreundlicher Autos, aber auch die von der EU-Kommission beschlossene Flexibilisierung des Beihilfenrechts seien daher "richtig und wichtig". Zugleich weist Leitl darauf hin, dass viele der vereinbarten Unterstützungen sich erst mittelfristig positiv auswirken.

"Bei den Autobauern und im Autohandel brennt aber jetzt der Hut. Was liegt in einer solchen Ausnahmesituation näher, als auf bewährte Praktiken zurückzugreifen. Dazu gehört auch eine Verschrottungsprämie, wie es sie schon jetzt in vielen EU-Ländern gibt", fordert Leitl. In Italien sei es damit gelungen, rund 500.000 Altautos vom Markt zu nehmen und gegen umweltfreundliche Neuwagen auszutauschen. Neben Italien gibt es auch in Spanien, Rumänien, Griechenland, Portugal, in den Niederlanden sowie seit kurzem in Frankreich und Deutschland ein solches Modell.

"Oberstes Ziel ist und bleibt eine EU-weit koordinierte Vorgehensweise, um die automotive Industrie und den Kfz-Handel wieder auf die Beine zubringen" so Leitl. Andernfalls sei neben den in Österreich bereits angepeilten Verbesserungen bei der Kurzarbeit, bei Finanzierung, Förderungen und Forschung die Einführung einer Verschrottungsprämie auf nationaler Ebene notwendig. Leitl:
"Österreich muss handeln: Mit oder ohne EU."

Natürlich koste eine Autoprämie Geld. Es gebe aber Möglichkeiten wie eine Befristung, um die Kosten im Zaum zu halten, betont der Wirtschaftskammer-Chef: "Und machen wir uns nichts vor. Nichtstun kommt sogar noch teurer, wenn ich an den Verlust von Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen denke."

Angesichts der dramatischen Entwicklungen in der Automotivindustrie - die Pkw-Zulassungen in Europa sind 2008 mit 14,7 Millionen Fahrzeugen auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren gesunken -sei jedenfalls rasches Handeln gefragt, so Leitl abschließend. (SR)

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