Paierl: Der Kapitalmarkt ist tot und der Staat kein Banker

Im management club diskutierten IHS-Chef Felderer und mc-Präsident Paierl über einen marktgerechten Ausweg aus der Finanzkrise

Wien (OTS) - "Der Kapitalmarkt ist tot", mit diesen Worten eröffnete mc-Präsident DI Herbert Paierl am Donnerstagabend eine spannende Diskussionsrunde mit IHS-Chef Prof. Bernhard Felderer zum Thema 'Management der Krise' im mc. Gefordert seien jetzt marktgerechte Lösungen. Denkbar wäre der Staat in der Funktion einer "Arche Noah auf Zeit, die jene Unternehmen, denen das Wasser bis zum Hals und darüber steht, vor dem Untergang rettet", so Paierl. Vorsicht sei aber vor einer zu starken Intervention des Staates geboten, die könne nämlich zu Wettbewerbsverzerrungen führen. "Der Staat kann kein Banker sein und als Eigentümer würde er nur ausgediente Polit-Funktionäre anstatt von Spezialisten installieren", warnt der mc-Präsident.

Der Bedarf an Kommunikation und Zusammenarbeit, sowie gegenseitiges Vertrauen zwischen Politik und Wirtschaft sei zurzeit immens groß. Denn "wenn die Wirtschaft nicht funktioniert, dann funktioniert die Politik auch nicht", so Felderer. Von Zeit zu Zeit gäbe es schmerzhafte Strukturwandel, "und den Weg des irdischen kann auch die Politik nicht aufhalten", weiß Paierl. Die aktuelle Situation habe aber auch einen positiven Effekt, denn man brauche Krisen und Konkurrenz um zu sehen, welche Konzepte und Ideen sich am Markt durchsetzen und überlebensfähig sind. Laut Paierl fände so eine "Gesundung des Marktes" statt.

Die Krise müsse auf allen Ebenen gemanagt werden, um die vorherrschende Risikoscheu zu überwinden. Für mehr Liquidität brauche Österreich beispielsweise Unternehmensanleihen mit teilweiser Staatsgarantie auf Zeit. "Ich will kein Geld vom Staat, ich will eine Garantie", fordert der mc-Präsident. "Staatsgarantierte Unternehmensanleihen wären eine mögliche Lösung für das kurzfristige Liquiditätsproblem vieler Unternehmen, die oftmals sogar über eine gute und fundierte Eigenkapitalausstattung verfügen", so Paierl weiter.

Auch Felderer nimmt den Staat in die Pflicht, der sich "als kluger Psychologe erweisen" müsse, denn zurzeit schade jeder jedem mit seinem Pessimismus. "Und keiner durchbricht diese Negativspirale indem er sagt: wir sind alle wirtschaftlich gesund, nun lasst uns wieder zur Tagesordnung übergehen", meint der IHS-Chef. Der Staat habe die Aufgabe, die weiteren Probleme, die von der Finanzkrise ausgelöst wurden, in der Realwirtschaft aufzufangen, ökonomisch, innovativ und wettbewerbsfähig zu lösen "und sich dann rechtzeitig wieder in sein Metier zurückzuziehen", betont Felderer abschließend.

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