Golden Handshake für Manager, Kündigung für Lehrlinge

ÖGJ fordert verbesserten Lehrlingsschutz und mehr Geld für Ausbildungsgarantie

Wien (ÖGJ/ÖGB) - "Um 16,5 Prozent mehr arbeitslose Jugendliche im Dezember - das ist ein Alarmsignal, auf das Politik und Unternehmen nicht mehr mit Parolen, sondern mit Sofortmaßnahmen reagieren müssen", sagt Jürgen Michlmayr, Vorsitzender der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ), anlässlich der heutigen Jahrespressekonferenz des AMS. Das AMS rechnet für 2009 mit einem weiteren Anstieg der Jugendarbeitslosigkeit; der Ersteinstieg in den Arbeitsmarkt, besonders als Lehrling, werde sich schwieriger gestalten. Die ÖGJ fordert, dass die finanziellen Mittel für Ausbildungsgarantie und überbetriebliche Lehrlingsausbildung erhöht werden, Jugendliche mit Lehrstelle sollen nicht mehr so leicht auf die Straße gesetzt werden können.++++

Die Ausbildungsgarantie, die die vorige Bundesregierung auf Anregung der Sozialpartner beschlossen hat, ist in Zeiten guter Konjunktur und entsprechender Lage auf dem Arbeitsmarkt entstanden. "Das war damals richtig. Aus heutiger Sicht reicht das Geld aber nicht aus, um allen Jugendlichen einen Ausbildungsplatz zu verschaffen. Deshalb müssen die finanziellen Mittel für die überbetriebliche Lehrausbildung jetzt rasch aufgestockt werden", fordert der ÖGJ-Vorsitzende.

Lehrlinge besser schützen

"Spitzenmanager, deren Fehleinschätzungen zu Massenkündigungen führen, sind oft nur per ‚Golden Handshake’ loszuwerden, aber die Lehrlinge können einfach gekündigt werden und sie stehen dann ohne Einkommen und Ausbildung da", kritisiert Michlmayr. Um die Lehrlinge, die sich Sorgen um ihre Ausbildungsplätze machen, nicht zusätzlich unter Druck zu setzen, fordert Michlmayr die Wiedereinführung des Kündigungsverbots für Lehrlinge: "Wer eine Lehrstelle gefunden hat, muss sicher sein können, dass er seine Lehre auch abschließen kann. Eine gute Ausbildung ist immer noch das beste Mittel gegen Arbeitslosigkeit. Nur wer gut ausgebildet ist, hat auch in Zeiten schlechter Konjunktur eine Zukunftsperspektive."

Außerdem fordert die Gewerkschaftsjugend, dass für Lehrlinge - so wie für andere ArbeitnehmerInnen auch - eine Probezeit von einem Monat gilt. Derzeit sind es drei Monate, in denen die Lehrlinge ohne Angabe von Gründen jederzeit hinausgeschmissen werden können. Seit 2000 sind die Schutzbestimmungen für Lehrverhältnisse nach und nach ausgehöhlt worden, mit dem Argument, dass ein besonderer Kündigungsschutz dazu führt, dass die Unternehmen weniger Lehrstellen anbieten. Trotz der Aushöhlung steigt aber die Jugendarbeitslosigkeit massiv.(fk)

ÖGB, 16. Jänner 2009 Nr. 14

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