ÖGB: Arbeitsplätze auch für Über-50-Jährige sichern

Ältere waren schon 2008 die VerliererInnen am Arbeitsmarkt - trotz sinkender Gesamt-Arbeitslosenquote

Wien (ÖGB) - Am schlimmsten betroffen von der in die Höhe schießenden Arbeitslosigkeit sind - neben den Jugendlichen - die älteren Menschen. Während die Zahl aller Arbeitslosen im gesamten Jahr 2008 noch um 4,5 Prozent zurückgegangen ist, ist die Zahl der Arbeitslosen ab 50 Jahren trotz Hochkonjunktur um 1,7 Prozent gestiegen. "Die Situation der älteren Menschen auf dem Arbeitsmarkt wird sich weiter verschlimmern. Die Umsetzung des Sozialpartner-Pakets für ältere ArbeitnehmerInnen vom April 2008 muss daher endlich angegangen werden", fordert Bernhard Achitz, Leitender Sekretär im ÖGB.++++

"Mehr ArbeitnehmerInnen in Altersteilzeit gehen zu lassen, wäre ein wirksames Mittel, um das Ansteigen der Altersarbeitslosigkeit zu bremsen. Allerdings nehmen gerade noch halb so viele Menschen wie im Jahr 2003 dieses Angebot an, gleitend von der Arbeit in die Pension zu wechseln", bedauert Achitz. Der ÖGB fordert daher die Umsetzung der Altersteilzeit-Modelle aus dem Sozialpartner-Paket.

"Das Ziel lautet: als Beschäftigte in Pension gehen und nicht als Arbeitslose", fasst Achitz das Wesentliche der Altersteilzeit Neu zusammen. Reformbedarf war entstanden, weil wegen der derzeitigen Gesetzeslage das Antrittsalter Jahr für Jahr steigt. "Die Altersteilzeit würde mit 2013 de facto auslaufen", so Achitz. Wie die Statistik zeigt, nehmen immer weniger Menschen Altersteilzeit in Anspruch: Nach einem Rekord im Dezember 2003 mit 42.371 Personen sank diese Zahl kontinuierlich bis Dezember 2008 auf nunmehr 20.796, geht aus den Zahlen des AMS hervor. Das ist ein Rückgang um 50,92 Prozent.

Kurzarbeit reformieren, Arbeitslosengeld erhöhen

Auch von einer Verlängerung und Flexibilisierung der Kurzarbeit würden Ältere profitieren. Die derzeit bestehende Möglichkeit reicht in Zeiten, wo die Finanzkrise voll auf den Arbeitsmarkt durchschlägt, nicht mehr aus. "Die Kurzarbeit muss aber mit Weiterbildungsmaßnahmen verbunden sein. Denn eine fundierte Ausbildung ist längerfristig das beste Mittel, um den Arbeitsplatz behalten zu können", sagt Achitz. Zusätzliche Qualifikationsmaßnahmen machen aber notwendig, dass das AMS finanziell und personell aufgestockt wird.

All diese Maßnahmen können den Anstieg der Arbeitslosigkeit zwar bremsen, aber sicher nicht ganz verhindern. "Deshalb muss eine solidarische Gesellschaft dafür sorgen, dass Arbeitslosigkeit nicht zur Armutsfalle wird. Die Arbeitslosen brauchen mehr Geld", betont Achitz. Österreich hat europaweit eine der niedrigsten Nettoersatzraten beim Arbeitslosengeld.(fk)

ÖGB, 16. Jänner 2009 Nr. 13

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