Grillitsch fordert Maßnahmen für die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft

Agrarpaket I als Soforthilfe und strukturelle Lösungen unerlässlich

Wien, 16. Jänner 2008 (OTS) „In der jetzigen Markt- und Energiesituation sowie bei der herrschenden Wirtschaftslage stellen sich sowohl pragmatische als auch fundamentale Fragen für die Zukunft der österreichischen Land- und Forstwirtschaft“, erklärt Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch anlässlich der Grünen Woche in Berlin. Grillitsch fordert daher als konjunkturbedingte und marktstabilisierende Sofortmaßnahme das Agrarpaket I und setzt dabei sein ganzes Vertrauen in Finanzminister Josef Pröll und Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich. Im Jahr 2008 ist in Österreich das bäuerliche Einkommen nach ersten Schätzungen der Statistik Austria vom Dezember 2008 um 4,5 % gesunken. Preisrückgänge in der Produktion und stark gestiegene Betriebsmittel- und Energiekosten waren die Hauptursachen. „Um dieser Entwicklung gegenzusteuern und um die heimischen bäuerlichen Betriebe langfristig abzusichern, brauchen wir das Agrarpaket I sowie strukturelle Änderungen im Marktbereich“, so Grillitsch. ****

Konjunkturbedingte Sofortmaßnahmen – Agrarpaket I: Milchpaket umsetzen – Milchstandort Österreich absichern

Die Milchwirtschaft ist eine der bedeutendsten
Wirtschaftszweige der heimischen Landwirtschaft. „Die Umsetzung des Milchpakets im Rahmen des Health Checks hat für mich oberste Priorität im Parlament. Dazu wird es noch intensive Diskussionen in einer eigenen Sondierungsgruppe des Bauernbundpräsidiums geben“, erklärt Grillitsch. Er begrüßt die Vorschläge der EU-Kommissarin Fischer Boel zur Wiedereinführung der Exporterstattungen als dringend notwendige Maßnahmen zur Marktentlastung.

Kosten senken – Einkommen steigern

Um den Wettbewerbsverhältnissen Rechnung zu tragen ist Kostensenkung ein zentraler Punkt zur Existenzsicherung der österreichischen Land- und Forstwirtschaft. Deshalb fordert der Bauernbund eine Aufstockung der Mittel des Agrardiesels von 50 Mio. auf 70 Mio. Euro sowie ein klares Signal betreffend Senkung der Umsatzsteuer auf Betriebsmittel.

Grillitsch fordert weiters eine Aufstockung des Volumens für Agrarinvestitionskredite in Form einer Sondertranche für die Jahre 2009 und 2010, um die landwirtschaftlichen Betriebe fit für die Zukunft zu machen. Die Erhöhung der Investitionsförderung bringt darüber hinaus auch wirtschaftliche Impulse für andere Sektoren im ländlichen Raum.

Bauern beruhigen – Stabilität garantieren

Beim bevorstehenden Doppelbudget 2009 und 2010 darf es keine Umschichtungen auf Kosten des Agrarbudgets geben. „Wir brauchen eine Stabilisierung des Agrarbudgets. In diesem Zusammenhang muss
es auch ein klares Bekenntnis zur Unterstützung der österreichischen Verbände geben.“, so Grillitsch.

In wirtschaftlich unruhigen Zeiten brauchen wir keine beunruhigende Diskussion zum Thema Einheitswert. Der Bauernbund verwehrt sich gegen alle Angriffe auf das Eigentum und setzt sich für das Beibehalten des Einheitswerts und der Pauschalierung ein.

Grillitsch fordert weiters eine umfassende Marktrisikoversicherung sowie eine Versicherung gegen Elementarereignisse, da katastrophenbedingte Ernteausfälle auch aus anderen Gründen wie Hagel und Frost zunehmen.

Strukturelle Maßnahmen: Zukunft der Land- und Forstwirtschaft im Zusammenhang mit dem freien Markt

Die Zukunft im Zusammenhang mit dem freien Markt erklärt Grillitsch am Beispiel der Milchwirtschaft. „Wir brauchen in Zukunft im Milchbereich ein System, um sich in Österreich bei Milchpreisverhandlungen nicht zu unterbieten. Den Bauern muss auch nach 2013 Absatzsicherheit geboten werden. Wir müssen allen Österreichern vermitteln, was sie mit dem Kauf österreichischer Milchprodukte mitfinanzieren. Gesunde und nachhaltig produzierte heimische Lebensmittel garantieren den Erhalt unserer Kulturlandschaft. Der Stellenwert österreichischer Produkte muss den Konsumenten noch stärker und klarer nähergebracht werden“, betont der Bauernbundpräsident.

Erneuerbare Energie ausbauen – Wertschöpfung erhöhen

„Wir brauchen den Ausbau erneuerbarer Energie bei den bäuerlichen Betrieben und auf nationaler Ebene. Sowie ein neues System bei der Vergabe von Nutzungsrechten für Großwasserkraft – wie etwa die Vergabe von Lizenzen“, stellt der Bauernbundchef fest. Die Erlöse daraus sollen der regionalen Infrastruktur, den Gemeinden, der Landwirtschaft und der Regionalwirtschaft zugute kommen. Ziel ist die Aufrechterhaltung bzw. Finanzierung der regionalen Kreislaufwirtschaft – auch und vor allem im Sinne des Klimaschutzes.

„Jetzt nicht zu handeln bedeutet, dass Produktion und Qualität und damit die Ernährungssouveränität in Österreich gefährdet sind und die Energiesouveränität nicht hergestellt werden kann. Beides ist für den Fortbestand Österreichs unerlässlich“, so Grillitsch abschließend.

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