Grüne Wirtschaft: Vogel-Strauß-Politik in der Bundesinnung gefährdet den Berufsstand der MasseurInnen

Hunderte Gewerbetreibende fordern die Vereinheitlichung der Berufsgruppen "Gewerbliche MasseurIn" und "HeilmasseurIn" sowie neue Ausbildungsrichtlinien.

Wien (OTS) - Die Regelungswut innerhalb der Wirtschaftskammer
treibt oft seltsame Blüten. Doch bei der Fachgruppe MasseurInnen haben sich die Kämmerer selbst übertroffen.

2003 wurde mit ÖVP-Wirtschaftsbund-Mehrheit ein neues Heilmasseurgesetz geschaffen. Damit können HeilmasseurInnen per Definition nur "kranke" Menschen und diese nur mit Zuweisung eines Arztes behandeln. Gewerbliche MasseurInnen hingegen dürfen nur mehr bei gesunden Menschen ihre jahrelang geschulten Hände anlegen.

"Diese vollkommene Abhängigkeit der HeilmasseurInnen von Ärzten und die gesetzlichen Beschränkungen der gewerblichen MasseurInnen auf "Gesunde" haben in den vergangenen Jahren viele Gewerbetreibende in ihrer Berufsausübung massiv beeinträchtigt", sagt Theresia Hedwig Maier, Innungsmeister-Stellvertreterin der Tiroler MasseurInnen und Mandatarin der Grünen Wirtschaft Tirol. "Dieses verunglückte Gesetz muss nun endlich repariert werden."

Unsinnige weitere Details des Gesetzes erschweren den MasseurInnen zusätzlich das Erwerbsleben. So dürfen HeilmasseurInnen keine Angestellten beschäftigen und keine Lehrlinge ausbilden, da die verordneten Massagen persönlich erbracht werden müssen. Dies führte bei Inkrafttreten des Gesetzes im Jahr 2003 dazu, dass österreichweit hunderte angestellte MasseurInnen gekündigt werden mussten.

Möchte man sich als gewerbliche MasseurIn zur HeilmasseurIn ausbilden lassen, sind die dafür erforderlichen Kurse extrem kostenaufwändig. "Schon allein aus finanziellen Überlegungen, aber auch aus zeitlichen Gründen ist für viele gewerbliche MasseurInnen die Absolvierung der Kurse nicht möglich", meint Maier.

Die dramatischen Folgen des Gesetzes: Immer mehr MasseurInnen geben ihr Gewerbe auf, als Konsequenz sind bereits zahlreiche Arbeitsplätze verlorengegangen. "Auch ist mit den Richtlinien der Lehrberuf völlig unattraktiv geworden", sagt Theresia Hedwig Maier. "Und Lehrlinge werden ohnehin kaum mehr ausgebildet."

Auf Initiative von Maier und der Grünen Wirtschaft fordern nun hunderte MasseurInnen, unabhängig ihrer politischen Fraktionszugehörigkeit, in ganz Österreich mit ihren Unterschriften die rasche Änderung des derzeitigen Gesetzes.

Ungeachtet der Bedürfnisse der Mitglieder verhindern jedoch die ÖVP-Wirtschaftsbund-Innungsmeister, allen voran Bundesinnungsmeister Herman Talowski, weiter die längst notwendigen Reformen.

In der Bundeswirtschaftskammer wurden die Vorschläge zur Vereinheitlichung der Berufsbilder und zur Reparatur des Gesetzes auch von Christoph Leitl positiv bewertet. "Getan hat sich trotzdem noch nichts - da sich der Wirtschaftkammerpräsident offensichtlich mit niemanden anlegen will, hat er den Ball an Gesundheitsministerium und Bundesinnung abgespielt", sagt Maier. "Doch hunderte Unterstützungserklärungen für diese Gesetzesreform können auch Ministerium sowie Bundesinnungsmeister Talowski nicht länger ignorieren".

Rückfragen & Kontakt:

Theresia Hedwig Maier
Innungsmeister-Stellvertreterin des Landesinnung MasseurInnen, Tirol
Mandatarin der Grünen Wirtschaft Tirol
Telefon: 0664 / 280 6337
th.h.maier@aon.at

Angelika Hörmann
Landessprecherin der Grünen Wirtschaft, Tirol
Telefon: 0664 / 831 75 08
angelika.hoermann@gruene.at
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Inge Hausbichler
Telefon: 0650 / 86 86 800
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