ÖSTERREICH. Schon 250 Anzeigen gegen Raucherlokale

Nichtraucher machen jetzt als "Privatsheriffs" Jagd auf Tabaksünder

Wien (OTS) - Das neue Tabakgesetz entwickelt sich immer mehr zum Debakel. Ein Rundruf der Tageszeitung ÖSTERREICH (Freitag-Ausgabe) in allen großen Städten ergab, dass bereits mehr als 250 Wirte wegen Verstößen gegen das Rauchergesetz angezeigt wurden. Allein in Wien gab es schon über 100 Anzeigen, in Graz 40, in Linz 24.
Aber: Die meisten Behörden wissen nicht, wie sie mit den Anzeigen umgehen sollen - und tun vorerst nichts, obwohl das neue Gesetz Strafen bis zu 10.000 Euro vorsieht. "Wir verwarnen nur und wirken aufklärend", sagt Heimo Kadiunig vom Magistrat Klagenfurt im ÖSTERREICH-Gespräch offen.
Die Nichtraucherverbände schäumen. "Das ist eine Verhöhnung der Nichtraucher", sagt Robert Rockenbauer von der "Schutzgemeinschaft für Nichtraucher". Tabakgegner sind nun als Privatsheriffs in Lokalen unterwegs. Weil die Behörden Anzeigen nicht anders akzeptieren, werden rauchende Gäste in Nichtraucherlokalen fotografiert, Name und Uhrzeit notiert und der Vorfall dann der Behörde gemeldet. "Ich komme mir schon vor wie eine Außenstelle des Gesundheitsministeriums", wettert Rockenbauer im ÖSTERREICH-Interview.

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