ÖSTERREICH: Ermordeter Tschetschene - jetzt redet sein Vater

"Ich wurde gefoltert, um meinen Sohn zu verraten"

Wien (OTS) - Sein Sohn wurde auf offener Straße in Wien
erschossen. Im Interview mit ÖSTERREICH (Freitag-Ausgabe) deckt der Vater von Umar I. jetzt weitere Hintergründe der Bluttat auf. Er beschuldigt Tschetschenen-Präsident Razman Kadyrow hinter dem Mord zu stecken. "Auf seinen Wunsch ist das Attentat geschehen", sagt Ali I., der ebenfalls in Wien lebt.
Der ehemalige Bauingenieur schildert, wie er nach der Flucht seines Sohnes ins Ausland von der Leibgarde des Präsidenten festgenommen und direkt zum Präsidenten gebracht wurde. "Er hat mich gefragt, wo Umar ist", erzählt Ali I. im ÖSTERREICH-Interview. "Ich antwortete, dass ich das nicht weiß." Auf Befehl Kadyrows wurde der Tschetschene daraufhin schwer misshandelt. "Sie haben mich in einen Turnsaal geschleppt und gefoltert. Ich wurde mit Handschellen an einen Tisch festgebunden und getreten."
11 Monate lang wurde Ali I. in einen Keller gesperrt, dann kam er frei. Gemeinsam mit seinem Sohn brachte er 2006 wegen Folterung Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen Kadyrow ein. Nun lebt er in Wien in Todesangst. "Ich könnte der Nächste sein", sagt er im ÖSTERREICH-Interview.

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