Familienverband: Regierungspläne sind "optimierungsbedürftig"

KFÖ-Präsident Steindl begrüßt angestrebte steuerliche Entlastung -Geplante Regelungen kommen jedoch nur "Paradefamilien" in voller Höhe zu Gute

Wien, 15.1.09 (KAP) Der Katholische Familienverband Österreich (KFÖ) begrüßt die Pläne der Regierung zur steuerlichen Entlastung der Familien, einen "Grund, in Euphorie auszubrechen" gebe es jedoch nicht. Die Auszahlung einer 13. Familienbeihilfe, die geplante Einführung des steuerlichen Kinderfreibetrages, die Erhöhung des Kinderabsetzbetrages und die steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten seien richtige Schritte, erklärte KFÖ-Präsident Clemens Steindl in einer Aussendung am Donnerstag. Die veröffentlichten Beispielrechnungen gingen jedoch von "Paradefamilien" aus.

Damit die Entlastungen in voller Höhe wirksam werden, müssten die Kinder jünger als zehn Jahre sein und der Betreuungsbeitrag pro Kind und Monat 190 Euro betragen, erläuterte Steindl. Diese Familien seien aber "nicht der Normalfall". Der Familienverband sehe das Familienpaket der Bundesregierung somit "nicht durch die rosarote Brille", sondern orte "Verbesserungspotenzial".

Optimierungsbedürftig sei etwa der Umstand, dass nur Steuerzahler von der geplanten Einführung des Kinderfreibetrages und der steuerlichen Absetzbarkeit von Kinderbetreuungskosten profitieren. "Wer bis zu 11.000 Euro pro Jahr verdient, hat von den geplanten steuerlichen Entlastungen nichts", bemängelte der KFÖ-Präsident. Gerade Mütter mit betreuungspflichtigen Kindern bilden laut Steindl eine große Gruppe unter den Teilzeitbeschäftigten: "Sie gehören wohl großteils zu jenen 2,7 Millionen Österreichern, die keine Lohnsteuer zahlen."

Das Regierungsabkommen sieht vor, dass 2.300 Euro an Kinderbetreuungskosten pro Kind und Jahr steuerlich absetzbar gemacht werden können. Möchte eine Familie diesen Betrag zur Gänze geltend machen, müsste sie einen monatlichen Kindergartenbeitrag von mindestens 192 Euro pro Kind aufwenden. Erfreulicherweise sei der Kindergartenbeitrag in den meisten Bundesländern aber deutlich niedriger bzw. der Kindergarten in Niederösterreich, Graz und Kärnten überhaupt kostenlos, so Steindl. Somit könne der Absetzbetrag in den meisten Fällen nicht voll ausgeschöpft werden.

Es gebe immer wieder Fälle, in denen es schwer möglich ist, dass beide Eltern erwerbstätig sind, etwa wenn noch nicht schulpflichtige Kinder, ein behindertes Kind oder pflegebedürftige Angehörige der Pflegestufe 3 zu Hause betreut werden. "Um auch diese Betreuungsarbeit zu honorieren sollte der Alleinverdienerabsetzbetrag deutlich erhöht werden", forderte Steindl. (ende)
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