Slowakei: Ökumene trauert um christlichen Dichter Milan Rufus

Pressburg, 15.1.09 (KAP) Die Kirchen in der Slowakei haben den am Sonntag im Alter von 80 Jahren verstorbenen Schriftsteller Milan Rufus gewürdigt. Rufus, ein evangelischer Christ, dessen Werke in 15 Sprachen übersetzt wurden, war mehrfach für den Literatur-Nobelpreis nominiert worden. Am bekanntesten ist sein Werk "Modlitbicky" (Gebete für Kinder).

Der slowakische Militärbischof Frantisek Rabek - er ist in der Slowakischen Bischofskonferenz für die Bereiche Wissenschaft, Bildung und Kultur zuständig - sprach in einem Telgramm der Witwe von Rufus sein Beileid aus. Die "Gebete für Kinder" fänden sich "in so gut wie jeder slowakischen Familie". Seine Gedichte seien "selbst von den einfachsten Menschen verstanden worden". Aber "auch die größten Intellektuellen" hätten ihn ihnen "eine unerschöpfliche Tiefe der Wahrheit und Weisheit" gefunden. Auch die Katholiken hätten Rufus als "Gewissen und Propheten des ganzen Volkes" und damit "als einen der ihren angenommen", so Rabek.

Milan Rufus wurde 1928 in Zavazna Poruba geboren. Neben eigenen Werken trat er auch mit Übersetzungen aus dem Russischen, Tschechischen, Spanischen und Norwegischen hervor. 1971/72 wirkte er als Lektor an der Universität Neapel.

Im vergangenen Dezember hatte der evangelische Generalbischof Milos Klatik Rufus zum 80. Geburtstag gratuliert und erklärt, er sei "stolz darauf, dass der bedeutendste slowakische Dichter der Gegenwart ein gläubiger Evangelischer" sei. Aus seinen Werken seien die christlichen Motive "niemals verschwunden, auch wenn seine Demut vor Gott und seine Liebe zum Menschen zur Zeit des Kommunismus nicht geschätzt wurden". (ende)
K200900433
nnnn

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | KAT0002