Leitl: "Banken müssen EZB-Zinsschritt rasch in günstigere Kredite für Investoren und Konsumenten ummünzen"

Tauwetter in der europäischen Zinspolitik fortsetzen, um ungerechtfertigte Überbewertung und Überteuerung der Euro-Währung zu vermeiden

Wien (PWK024) - Als einen "logischen nächsten Schritt" bezeichnet Christoph Leitl als Präsident der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) und in seinen europäischen Funktionen die heutige Senkung der europäischen Leitzinsen um einen halben Prozentpunkt auf zwei Prozent. Die Wirtschaft erwarte nun, dass das Tauwetter in der europäischen Zinspolitik anhält.

"Die Eurozone ist die letzte Hochzins-Bastion unter den Industriestaaten, obwohl das Wachstum eingebrochen ist und die Inflation und, viel wichtiger, die Inflationserwartungen radikal abfallen. Dem heutigen Zinsschritt muss zum frühestmöglichen Zeitpunkt eine weiterer folgen", Leitl. Im Euro-Raum ging die Teuerungsrate im Dezember 2008 im Vergleich zum Vormonat um 0,5 Punkte auf 1,6 Prozent zurück. Das ist das der niedrigste Stand seit Oktober 2006.

"Angesichts der täglichen Krisenmeldungen ist es am allerwichtigsten, dass Unternehmen und Konsumenten rasch wieder Vertrauen in den Wirtschaftskreislauf fassen können. Die Bank- und Kreditinstitute müssen die heutige Zinsverbilligung daher prompt und ungekürzt in Form von günstigeren Krediten an die Betriebe und Konsumenten weitergeben", appelliert Leitl: "Dieses ermutigende Signal der EZB darf nicht verpuffen, sondern muss für Investoren und Konsumenten rasch auch in der Praxis spürbar werden."

Die aktuelle Situation zeige auch, dass ein Inflationsanstieg wie er im vergangenen Jahr zu verzeichnen war, viel weniger volkswirtschaftlichen Schaden anrichte als ein Wachstumseinbruch. "Deshalb waren die Sorgen und Reaktionen der EZB in der Vergangenheit übertrieben", so Leitl.

Leitl warnt eindringlich vor einem zu großen Auseinanderklaffen des Leitzinssatzes der Eurozone und jenen ihrer wesentlichen Handelspartner: "In den USA, in Japan, Großbritannien und der Schweiz wurden die wichtigsten Referenzzinssätze bereits auf ein Minimum gesenkt. Nur eine weitergehende Zinssenkung auch in der Eurozone kann eine ungerechtfertigte Überbewertung und zugleich Überteuerung des Euro verhindern. Ansonsten wird die exportorientierte Wirtschaft noch länger warten müssen, bis sie Licht am Ende des Tun erblickt." (SR)

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