ÖAMTC: Verbraucherpreisindex 2008 spiegelt die Dramatik der Kraftstoffpreis-Entwicklung nicht wider

Club fordert Mobilitätspauschale und mehr Transparenz bei Kraftstoffpreisen

Wien (OTS) - Kraftstoffe waren laut Verbraucherpreisindex 2008 mit 16 Prozent einer der Hauptpreistreiber. "Hinter diesem Jahresschnitt verbergen sich allerdings die dramatischen Preisanstiege im Sommer, die durch die Preisentwicklung nach unten im zweiten Halbjahr in der Jahresstatistik abgefedert wurden", sagt ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin Elisabeth Brandau. Im Juni 2008 erreichte die Preissteigerung bei Kraftstoffen mit 44 Prozent einen Spitzenwert, den alle Kraftfahrer schmerzhaft zu spüren bekamen.

"Aus dem durchschnittlichen Preisanstieg aller Kraftstoffe von 16 Prozent geht auch nicht hervor, dass ganz besonders die Dieselfahrer zur Kasse gebeten wurden", zeigt Brandau auf. Während Superbenzin gegenüber dem Vorjahr um "nur" zehn Prozent teurer wurde, waren es beim Diesel 21 Prozent. Brandau zeigt anhand von zwei Beispielen, wie schwer die Mehrkosten im Jahr 2008 tatsächlich auf die Geldbörse der österreichischen Kraftfahrer gedrückt haben:

* "Durchschnittsfahrer", die ihre Autos 2008 mit 1.000 Liter betankt haben, mussten im Vergleich zu 2007 215 Euro mehr für Diesel und 108 Euro mehr für Superbenzin bezahlen.

* Vielfahrer - wie beispielsweise Pendler - mit einem Jahresverbrauch von 2.000 Litern zahlten somit 430 Euro mehr für Diesel und 216 Euro mehr für Superbenzin.

"Eine Preisentwicklung wie im Jahr 2008 mit wahnwitzigen Höhenflügen wie im Juni darf es einfach nicht mehr geben", betont die ÖAMTC-Expertin. "Die Politik ist gefordert, dass endlich mehr Transparenz bei den Kraftstoffpreisen möglich wird. Nur so kann für Konsumenten unerwarteten Mehrbelastungen entgegengesteuert werden."

ÖAMTC-Forderungen für mehr Transparenz und Kontrolle bei Kraftstoffen

  • Der Beschluss der bereits im Entwurf vorliegenden "Verordnung zur einheitlichen Reihenfolge der Kraftstoffangaben an den Tankstellen" ist noch ausständig. "Eigentlich hätte die Verordnung bereits am 1. März 2009 in Kraft treten sollen", stellt die ÖAMTC-Expertin fest.
  • Beibehaltung der dritten Dezimalstelle bei der Preisauszeichnung an den Anzeigetafeln, aber in einheitlicher Schriftgröße.
  • Weitere Erhöhung des Kilometergeldes auf ein gerechtes Niveau und die künftige Bindung an den "Preisindex für den privaten Pkw-Verkehr".
  • Einführung einer neuen, treffsicheren "Mobilitätspauschale", in der Pendlerpauschale und der Verkehrsabsetzbetrag verknüpft werden bzw. der Verkehrsabsetzbetrag erhöht wird.
  • Eine kritische Analyse und Überarbeitung der Preisvergleiche auf EU-Ebene, um als Basis für weitere spritpreissenkende Maßnahmen klare Vergleichsgrundlagen zu schaffen.

"Es kann schließlich nicht sein, dass die Kraftfahrer die Rechnung für die Hausaufgaben bezahlen, die andere nicht erledigt haben", sagt die ÖAMTC-Verkehrswirtschaftsexpertin abschließend.

Rückfragen & Kontakt:

ÖAMTC-Öffentlichkeitsarbeit
Eva Käßmayer
Tel.: +43 (0) 1 711 99-1218
pressestelle@oeamtc.at
http://www.oeamtc.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OCP0001