Legebatterien trotz Verbot: Österreichische Geflügelhalter ignorieren Gesetz

VIER PFOTEN und ORF Konkret decken Tierschutzskandal auf - hartes Durchgreifen gefordert

Wien (OTS) - Mehrere österreichische Legebatterien erhalten unbeeindruckt von dem am 1. Jänner 2009 in Kraft getretenen Verbot ihren Betrieb aufrecht. Anstatt einer Umstellung auf Freiland- oder Bodenhaltung wurden die alten Käfigbatterien unmittelbar vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes mit einem Bestand von mehreren Hunderttausend Hennen neu belegt. Ein in Kooperation mit VIER PFOTEN entstandener Beitrag der ORF Verbrauchersendung Konkret, die am Mittwochabend ausgestrahlt wurde, dokumentiert die Profitgier der entlarvten Eierproduzenten - und die Ratlosigkeit der Behörden. Nun sollen die Tiere getötet und entsorgt werden. VIER PFOTEN fordert in einer Petition dazu auf, die vorsätzlich gesetzeswidrig handelnden Firmen in die Pflicht zu nehmen und für die Kosten einer tierfreundlichen Lösung aufkommen zu lassen.

Die Einführung eines völligen Verbots von Legebatterien zur Eierproduktion in Österreich war ein großer Erfolg für VIER PFOTEN, die über viele Jahre Politik und Öffentlichkeit nachhaltig über die Zustände in den Käfigbetrieben aufgeklärt und Freilandhaltung forciert hatten. Nach zähen Verhandlungen konnte ein Ende der Tierquälerei für den Jahreswechsel erwirkt werden. In Österreich haben die zahlreichen Kampagnen für eine humanere Tierhaltung in der Lebensmittelproduktion auch zu einer weitreichenden Qualitätsoffensive geführt, die viele Hersteller und alle Supermarktketten veranlasst hat, auf Alternativeier umzustellen.

"Es handelt sich hier um vorsätzliche, gewerbsmäßige und hunderttausendfache, schwere Tierquälerei. Es besteht hier sehr wohl Gefahr im Verzug, da diese Hühner täglich erheblichen Leiden und Schmerzen ausgesetzt sind, was eine sofortige Rettung notwendig macht. Dass bis Ende 2008 diese tierquälerische Haltungsform erlaubt war, ändert nichts an der Grausamkeit der Bedingungen für die Tiere.", so Johanna Stadler-Wolffersgrün. "VIER PFOTEN fordert daher eine Verurteilung nach § 222 StGB und Prüfung eines Tierhalteverbots für die Täter."

Die nun vorgesehene Tötung des Bestandes an Legehennen ist aber genauso wenig gerechtfertigt wie die Weiterführung der Massenbetriebe - und zudem rechtswidrig. Das Ziel muss sein, die vorsätzlich unmittelbar vor Ablauf der Frist "eingestallten" Hennen in gesetzeskonforme Betriebe umzusiedeln oder einen Gnadenhof für die Tiere einzurichten. Die Kosten für diese Maßnahme muss mit Nachdruck von den straffälligen Firmen eingefordert werden. VIER PFOTEN fordert dazu in einer Petition auf, die auf www.vier-pfoten.at verfügbar ist.

Legebatterien sind zu Recht aus Gründen des Tierschutzes als auch der Lebensmittelhygiene in Verruf geraten. Den Hennen steht in den stockwerkartig angeordneten Drahtkäfigen keinerlei Fläche zur Verfügung um ihrem natürlichen Verhalten auch nur im Ansatz nachzukommen. Verendete Tiere werden oft nicht aus den Käfigen entfernt bis die Hennen zum Schlachthof kommen und die Käfige neu belegt werden. Das von VIER PFOTEN forcierte gesetzliche Verbot dieser Haltungsform ist ein großer Schritt und trägt tierschutz- und lebensmittelpolitisch zur Vorreiterrolle Österreichs im europäischen Vergleich bei. Nun muss dies auch mit aller Konsequenz umgesetzt werden.

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