Zu wenig Geld für Forschung - Sorge auch um Medizinstandort

Dorner: "Staat muss Fortbestand und Unabhängigkeit der Forschung durch adäquate Mittelzufuhr sicherstellen"

Wien (OTS) - Nach den Organisationen der österreichischen Forschungsförderung, dem Rat für Forschung und Technologieentwicklung und der Universitätenkonferenz appelliert auch die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) an die Bundesregierung, die öffentlichen Mittel für Forschung deutlich zu erhöhen. Dass wichtige Institutionen der Forschungsförderung wie der FWF oder die Österreichische Akademie der Wissenschaft derzeit finanziell praktisch auf dem Trockenen säßen, verheiße auch für den Medizin-Standort Österreich "nichts Gutes", warnt ÖÄK-Präsident Walter Dorner am Donnerstag in einer Aussendung. Es müsse eine deutliche Steigerung der Mittel über den Ausgleich für die entfallenen Studiengebühren geben, fordert Dorner im Vorfeld der morgigen Budgetrunde.

Angesichts der Konjunkturkrise sei es notwendig, die öffentlichen Investitionen in Wissenschaft und Forschung anzukurbeln, statt auf Sparflamme zu halten. "Sonst verlieren wir eine ganze Generation wertvoller Wissenschaftler, die abwandern. Damit sind auch die Innovationen und die Arbeitsplätze von morgen weg. Ein Hochlohnland wie Österreich muss einfach in den Wissenschaftsstandort investieren", betont Dorner.

Aktuell hat Österreich das selbstgesteckte Ziel einer Forschungsquote von drei Prozent vom Bruttoinlandsprodukt noch nicht erreicht. Der Wert für das vergangene Jahr betrug laut Statistik Austria 2,63 Prozent und liegt damit immer noch unter dem für das Jahr 2010 angestrebten Zielwert.

Die medizinische Wissenschaft ist besonders auf öffentliche Mittel aus dem Staatsbudget für die Forschung angewiesen, da in diesem Fach ein hohes Ausmaß an Grundlagenforschung stattfindet, welche Kontinuität in der Planung benötigt. Durch eine höhere Bereitstellung öffentlicher Gelder können Abhängigkeiten der medizinischen Forschung von den Drittmitteln der Industrie vermieden werden. Die finanziellen Verflechtungen mit der Pharmaindustrie haben zuletzt für Kritik in der Öffentlichkeit gesorgt. "Ohne diese Hilfen hätten wir den medizinischen Forschungsstandort Österreich aber angesichts der finanziellen Zurückhaltung des Staats schon schließen können", erklärt Dorner.

Zusätzliche Mittel werden auch benötigt, da die Bundesregierung plant, die Zahl der Studienplätze im Bereich Medizin auszudehnen. "Das wird ohne eine Erhöhung der Ausgaben nicht gehen", warnt Dorner. "Die Medizinuniversitäten und das Medizincurriculum wurden eben erst mit großen Hoffnungen reformiert. Nun darf die Regierung sie und die anderen Universitäten nicht im Regen stehen lassen." Er hoffe, dass die Bundesregierung zu ihrem ursprünglichen Plan zurückkehrt, die Mittel für Wissenschaft und Forschung auf drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu erhöhen, so der ÖÄK-Präsident.

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