Neues Volksblatt: "Prüfstand" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 14. Jänner 2009

Linz (OTS) - Wenn Unterrichtsministerin Claudia Schmied nun die Verordnung zu den Bildungsstandards auf den Weg geschickt hat, ist das einerseits ein Formalakt. Immerhin hatte man sich schon in der Vorgän-
gerregierung über die Ein-
führung von "Bildungsstandards als wichtiges Instrument zur Qualitätssicherung" verständigt gehabt.
Anderseits ist das, was in der Verordnung unter anderem drinnen steht, durchaus bemerkenswert. Lehrer müssen den Unterricht "auf die Erreichung der Lernergebnisse hin ausrichten" und jeden einzelnen Schüler "zu seinen besten Lernergebnissen hinführen". Respekt, kann man da nur sagen, das wird für die Pädagogen eine ordentliche Herausforderung. Auch wenn kaum anzuzweifeln ist, dass Lehrer nicht auch jetzt schon ausschließlich das Wohl des Schülers im Auge hätten, wird hier doch eines fixiert: Lehrer sollen ihren Anvertrauten nicht bloß sagen, was sie nicht können, sondern dafür sorgen, dass sie das Verlangte beherrschen. Funktionieren wird das freilich nur bei einer optimalen Bereitstellung aller Ressourcen, die ein an Bildungsstandards orientierter zeitgemäßer Unterricht braucht. Klar ist aber auch, dass die Bildungsstandards nicht nur der Prüfstand für das Wissen der Schüler, sondern auch für die Arbeit der Lehrer sind.

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