Grünewald: BM Hahn weigert sich Realitäten zur Kenntnis zu nehmen

Unerträgliche Aussagen zur Lage der Wissenschaft in Österreich

Wien (OTS) - "Wissenschaftsminister Hahn sollte bekannt sein, dass der FWF seine Projektentscheidungen aufgrund der Expertise international herausragender ExpertInnen trifft, die diese Projekte als hervorragend und dringlich bewertet haben. Hier Misstrauen und Misswirtschaft zu suggerieren, ist selbst als Fluchtreflex vor der Verantwortung nicht akzeptabel, sondern einfach unsäglich", meint der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald, angesichts Hahns Reaktion auf die Absage einer Vergabesitzung des FWF aufgrund akuter Finanznot. Hahn meinte, man müsse die Projektvergaben des Wissenschaftsfonds prüfen.

"Über 2.000 junge WissenschafterInnen forschen mit Hilfe des FWF und ohne dieses Finanzierungsinstrument würden Österreichs Universitäten einen massiven Rückschlag erleiden. Verglichen mit ähnlichen Fonds in Deutschland und der Schweiz verfügt der FWF nur über einen Bruchteil deren Budgets, rechnet man die Ausgaben pro Kopf der Bevölkerung. Auch die Akademie der Wissenschaften klagt, bisher finanzierte ForscherInnen auf die Straße setzen zu müssen, wenn nicht bald etwas geschieht und die Entscheidungsträger an den Universitäten protestieren gegen gebrochene Wahlversprechen und werden dabei vom Rat für Forschung und Technologie wie auch vom Wissenschaftsrat und der Forschungsförderungsgesellschaft unterstützt. Wenn Hahn selbst diesen Leuten nicht mehr glaubt, stellt sich schon die Frage, wer ihn berät oder ob er die Notwendigkeit von Bildung und Forschung auch nur im geringsten verinnerlicht hat", kritisiert Grünewald.

"Es ist unerträglich zu sehen, wie sich Hahn im Wiener Vorwahlkampf auf großflächigen Plakaten als Förderer der Wissenschaft feiern lässt und selbst nichts als Seifenblasen produziert, sich an Studiengebühren festfrisst, die nicht einen Bruchteil der benötigten Budgets vereinnahmen. Ich fordere die Bundesregierung auf, hier endlich die Notbremse zu ziehen und sich zum Forschungsstandort Österreich mit allen Konsequenzen zu bekennen", schließt Grünewald.

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