Nuntius Farhat: "Mit vereinten Kräften" aktuelle Krisen bewältigen

Doyen des Diplomatischen Corps ruft bei Neujahrsempfang des Bundespräsidenten in der Hofburg zu Solidarität und Friedensengagement auf - Flüchtlinge sollen in Österreich offene Türe finden

Wien, 13.12.08 (KAP) Der Apostolische Nuntius in Österreich, Erzbischof Edmond Farhat, hat an die verantwortlichen Politiker in Österreich appelliert, positiv in die Zukunft zu blicken und den aktuellen Krisen "mit den vereinten Kräften der Solidarität und des Friedenseifers" entgegenzutreten. In seiner Dankansprache beim traditionellen Neujahrsempfang des Bundespräsidenten für das Diplomatische Corps am Dienstag in der Hofburg erinnerte Farhat an die vielen "menschlich schmerzvollen Situationen und beunruhigenden Überraschungen", die das vergangene Jahr 2008 gebracht habe. In einigen Regionen der Welt müssten die Menschen unter "konstant bedrohlichen" und "mit unsäglichem Leid verbundenen" Umständen leben. Weiter erinnerte der Nuntius als Doyen des Diplomatischen Corps an die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise, "die so plötzlich in die moderne Unbeschwertheit eingedrungen ist".

Papst Benedikt XVI. habe vor diesem Hintergrund in seiner Friedensbotschaft zum Jahresbeginn alle Nationen dazu aufgerufen, "die Armut zu bekämpfen, um den Frieden zu schaffen". Die Kirche wolle den Zusammenhang von Armut und Unfrieden in das Bewusstsein rufen, sagte der Botschafter des Papstes in Österreich.

In der Krise seien im abgelaufenen Jahr aber auch "Zeichen der Hoffnung" sichtbar geworden, so Farhat. Positiv bewertete er etwa umsichtige Versuche, in der wirtschaftlichen Krise Stabilität zu schaffen und den Bürgern finanzielle Sicherheit zu geben. Österreich sei innerhalb der europäischen Gemeinschaft ein wichtiger Faktor für die Bewältigung der Krise, betonte der Nuntius.

"Offene Tür" für Flüchtlinge

Der Doyen des Diplomatischen Corps erinnerte in seiner Ansprache an die österreichischen Parlamentsneuwahlen vom vergangenen September und die Neujahrsansprache von Bundespräsident Heinz Fischer. Dieser hatte am 1. Jänner erklärt, dass er sich eine eine größere innenpolitische Stabilität erhoffe, damit sich Österreich den Zielen einer humanen und lebenswerten Gesellschaft weiter annähere. Nuntius Farhat appellierte in diesem Zusammenhang an die politisch Verantwortlichen, keine Angst vor der Zukunft zu haben, und ergänzte:
"Wenn echte, ehrliche und friedliebende Flüchtlinge in Österreich ein menschenwürdiges Leben suchen, mögen sie hier offene Türe finden".

Der Nuntius dankte Bundespräsident Fischer persönlich für dessen "ermutigende" Rede aus Anlass des Republiksjubiläums im vergangenen November. "Im Hinblick auf die aktuelle Weltsituation und auf die Gefahren für die Konjunktur haben Sie sich gegen jeden Versuch der Flucht in die Angst oder in den Radikalismus gewandt". Der Rückblick auf die Geschichte, so Farhat, lasse die Hoffnung wachsen, "dass sich durch das gemeinschaftliche Bemühen der Nationen alles zum Guten wenden möge". Auch in der österreichischen Politik sei der Wahlspruch "Viribus unitis" ("Mit vereinten Kräften") seit alters her von großer Bedeutung. Gerade in den gegenwärtigen Zeiten sollte man sich dies ins Bewusstsein rufen, sagte der Nuntius. (forts.)
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